Schilthorn und Rundreise um das Lauterbrunnental

Wengen – Lauterbrunnen – Grütschalp – Mürren – Birg – Schilthorn – Gimmelwald – Stechelberg – Trümmelbachfälle

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Das Schilthorn ist ein 2970 Meter hoher Berg nordwestlich von Eiger, Mönch und Jungfrau im Berner Oberland, der ein enormes Panorama über die ganzen Berner Alpen und in nördlicher Richtung bis zum Jura und in den Schwarzwald bietet. Auf dem Gipfel steht ein Restaurant, das Piz Gloria, das sich langsam dreht und somit in einer knappen Stunde einen Rundblick von 360 Grad erlaubt.

Von Wengen aus ist der Berg per Luftlinie nicht allzu weit entfernt, aber wie es in den Bergen so ist, heißt das nichts, denn dazwischen liegt das tief eingeschnittene Lauterbrunnental.

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Lauterbrunnental von der Wengernalpbahn aus gesehen

Um die andere Seite zu erreichen, geht der Weg erst einmal von Wengen per Zahnradbahn in die falsche Richtung, nämlich ganz nach unten zum Talausgang nach Lauterbrunnen.

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Wengernalpbahn am Ortsausgang von Wengen
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Lauterbrunnen und Lauterbrunnental

Ich weiß nicht, ob das Lauterbrunnental seinen Namen deshalb hat, weil in ihm lauter Brunnen zu finden sind oder weil die Brunnen laut sind. Jedenfalls gibt es im Tal viele Wasserfälle und die sind – zumindest wenn man sich in ihrer Nähe befindet – auch laut.

In Lauterbrunnen verlässt man die Bahn aus Wengen und wechselt in eine Seilbahn, die auf die Grütschalp auf der anderen Bergseite des Tals führt.

Dort angekommen steigt man in die nächste Zahnradbahn, die von der Grütschalp immer am Hang oberhalb des Lauterbrunnentals entlang nach Mürren führt.

Unterwegs bietet sich ein guter Blick auf Wengen auf der anderen Seite, von der man gerade gekommen ist.

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Wengen von der Grütschalp aus gesehen

In Mürren durchquert man vom Bahnhof aus den Ort zur Talstation der Schilthornbahn, deren erstes Ziel, die Zwischenstation Birg, schon auf dem Weg durch das Dorf zu sehen ist.

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Zwischenstation Birg der Schilthornbahn. Im Vordergrund die Allmendhubelbahn.

Mürren ist mit 1650 Meter eines der höchstgelegenen Dörfer im Berner Oberland, das auf einer natürlichen Sonnenterrasse hoch über dem Lauterbrunnental liegt.

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Mürren aus der Schilthornbahn heraus gesehen

Hier beginnt die Schilthornbahn, eine Luftseilbahn, die in zwei Etappen auf den Gipfel des Schilthorns führt. Der erste Abschnitt geht bis zur Zwischenstation Birg, wo man in eine zweite Seilbahn für die restliche Strecke umsteigt.

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Bergstation Piz Gloria der Schilthornbahn von der Zwischenstation Birg aus gesehen

Schon an der Zwischenstation hat man eine großartige Aussicht in alle Richtungen.

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Gspaltenhorn von der Zwischenstation Birg aus gesehen

Eiger, Mönch und Jungfrau sind hier aus einer etwas anderen Perspektive als dem bekannteren Blickwinkel von Interlaken aus zu sehen. Eine wolkenfreiere Sicht hätte allerdings geholfen, in den vollen Genuss der drei Berge zu kommen.

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Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau von der Zwischenstation Birg aus
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Eiger mit dem Kessel der Eiger-Nordwand

Vom Schilthorn aus ist die Sicht – theoretisch, bei gutem Wetter – noch besser. Besonders gut ist von hier aus das kesselförmige Halbrund der Eiger-Nordwand zu erkennen.

Neben dem imposanten Panorama wird das Schilthorn außerdem ziemlich aufdringlich und allgegenwärtig durch einen James-Bond-Film auf der Piz Gloria-Bergstation vermarktet, der 1969 hier gedreht wurde.

Die lockeren Wolken zogen sich immer mehr zu einer dichten Nebelwand zusammen, so dass ich bald wieder talwärts fuhr.

Von Mürren aus führen wiederum zwei Seilbahnen noch weiter hinunter, der erste Abschnitt bis nach Gimmelwald und der zweite von Gimmelwald nach Stechelberg im hinteren Lauterbrunnental. Ich hatte mich aber entschieden, den ersten Teil zu Fuß zu gehen und erst die Seilbahn ab Gimmelwald zu nehmen.

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Auf dem Weg von Mürren nach Gimmelwald

Gimmelwald ist ein altes Dorf, in dem die meisten Häuser als Holzchalets gebaut sind. Es ist eine Walsersiedlung, d.h. es wurde von aus dem Wallis ausgewanderten Familien gegründet, die auch ihre eigene Sprache mitgebracht haben, das Walserdeutsch, ein höchstalemannischer Dialekt, der selbst für Schweizer, geschweige denn für Sprecher des Hochdeutschen, schwer zu verstehen sein kann.

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Gimmelwald

Das Dorf ist ein Zeilendorf, in dem alle Häuser links und rechts entlang einer einzigen Straßenzeile angeordnet sind.

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Gimmelwald

In der Nähe des Dorfzentrums – wenn man es so nennen kann – ist die Station der Seilbahn, die hinunter nach Stechelberg führt.

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Gimmelwald

Auf dem Weg von der Talstation Stechelberg zurück nach Lauterbrunnen, den man am einfachsten mit dem Bus nehmen kann, kommt man noch an einer spektakulären Attraktion vorbei, den Trümmelbachfällen.

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Einer der zehn Trümmelbachfälle

Der Trümmelbach entwässert das Eiswasser von den nördlichen Wänden von Eiger, Mönch und Jungfrau, fließt entlang der Nordseite der Jungfrau und ergießt sich dann durch ein Labyrinth von Felsspalten talwärts bis ins Lauterbrunnental.

Die Trümmelbachfälle bestehen aus nicht weniger als zehn Wasserkaskaden, die sich fast alle im Inneren dieses Felslabyrinths befinden. Der ganze Komplex ist mit Treppen und Wegen durch den Berg und sogar durch einen Aufzug zugänglich gemacht, so dass man diese Fälle aus allen möglichen Perspektiven sehen kann.

Beleuchtungen in verschiedenen Farben sorgen dafür, dass die Wasserfälle in ein abwechslungsreiches Licht getaucht sind und dass man in der teilweisen Dunkelheit der Treppenstiegen seinen Weg findet. Einige der Fälle stürzen so nah durch Felsspalten neben dem Weg herunter, dass man fast hineingreifen kann.

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Eine weiterer der Trümmelbachfälle im Inneren eines Felslabyrinths

Man sieht den Felsen mit ihren vielen rundgeschliffenen Wasserläufen und Aushöhlungen unmittelbar an, dass das Wasser hier seit Jahrmillionen seine formgebende Arbeit verrichtet haben muss, wie z.B. beim „Korkendreherwasserfall“, der sich spiralförmig an den Felswänden entlang in die Tiefe stürzt.

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„Korkendreherwasserfall“, einer der Trümmelbachfälle

Das Lauterbrunnental macht hier seinem Namen alle Ehre, denn der Komplex der Wasserfälle und der Hall im Inneren des Berges, durch den sie hinabstürzen, sorgen für eine dröhnende Schallkulisse.

Von den Trümmelbachfällen führt der Weg durch das Lauterbrunnental zurück nach Lauterbrunnen und von dort mit der Wengernalpbahn hinauf nach Wengen, wo die Rundreise um das Tal ihren Anfang nahm.

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Blick von den Trümmelbachfällen durch das Lauterbrunnental nach Lauterbrunnen

(Fotos vom September 2017)

 

2 Kommentare zu „Schilthorn und Rundreise um das Lauterbrunnental“

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