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St. Lucia – Marigot Bay und Pigeon Island

Buchten und Hügel, Piraten und Admiräle

An der karibischen Westküste St. Lucia’s liegt die Marigot Bay, eine der bekanntesten Buchten der Insel, die von Hügeln mit üppigen tropischen Wäldern umgeben ist. Manche bezeichnen sie als die schönste Bucht der Karibik.

Obwohl sie mit Hotels, Restaurant und Bars touristisch gut ausgebaut ist, führt nur eine schmale, mit Schlaglöchern übersäte Straße von der Küstenhauptstraße zum inselseitigen Ende der Bucht.

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Marigot Bay

Nur die südlichen Hügel sind überhaupt – über noch schlechtere Straßen – direkt zugänglich. Die Nordseite kann man nur mit einem Boot vom anderen Ufer aus erreichen.

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Das nur mit einem Boot zugängliche Nordufer der Marigot Bay

Die Marigot Bay beherbergt einen kleinen Yachthafen, der durch seine Lage tief im Inneren der engen Bucht besonders guten Schutz vor den gefürchteten Karibik-Hurrikans bietet. Historisch habe hier auch Engländer und Franzosen, die sich um die Insel stritten, Verstecken gespielt und ihre Boote mit den dichten Palmblättern an den Ufern getarnt.

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Marigot Bay

1967 wurde in der Marigot Bay der Musical-Film Doktor Dolittle gedreht, wovon heute noch Dolittle’s Restaurant und The Pink Snail Champagne Bar zeugen. Einheimische – wenn sie nicht gerade von Geschäften in einem dieser Etablissements leben – bezeichnen ihn einmütig als einen selten blöden Film.

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Marigot Bay nach einem Regenschauer am Morgen

Von der Marigot Bay aus erreicht man nach ein paar Kilometern in nördlicher Richtung St. Lucia’s Hauptstadt Castries, die ebenfalls an der Westküste liegt. Im Gegensatz zu Grenada’s Hauptstadt St. George’s ist Castries nicht besonders schön. Alle Fotos von höherer Position über die Stadt sind zu einem signifikanten Teil durch ein dichtes Gestrüpp aus Stromkabeln verdeckt, obwohl der Blick auf den großzügigen Hafen, der zwei Anleger für große Kreuzfahrtschiffe bietet, eigentlich sehenswert ist.

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Im Kreuzfahrtschiffhafen von St. Lucia’s Hauptstadt Castries

Ähnlich wie Grenada wird auch St. Lucia von hier aus täglich von Kreuzfahrern überschwemmt, die sich morgens mit Tagesausflügen über die ganze Insel verteilen, abends zurückkehren und meist am gleichen Abend die Insel wieder verlassen.

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Schwimmendes Hotel

Zermürbt von einem die Stadt aus allen Richtungen durchschneidenden Autoverkehr und einem anstrengenden Maß an Bettlern war ich froh, die Stadt wieder zu verlassen. Weiter in nördlicher Richtung ging es vorbei an St. Lucia’s zweitem Flughafen und der Rodney Bay und Gros Islet, dem touristischen Zentrum St. Lucia’s, nach Pigeon Island.

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Pigeon Island vom Reduit Beach aus gesehen. Im Vordergrund der „Splash Island Water Park“.

Die Straße führt – links hinter einem kleinen Umspannwerk, wo das Schild zu einer der Hauptattraktionen St. Lucia’s vor Monaten umgefahren wurde und niemand bisher Lust hatte, ein neues aufzustellen – über einen kleinen befestigten Damm zu dieser als Nationalpark ausgewiesenen ehemaligen Insel.

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Pigeon Island Beach

Vor dem Eingang zum Park bietet ein Strand und Bootsanleger einen schönen Blick über die ausgedehnte Rodney Bay.

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Rodney Bay von Pigeon Island aus gesehen
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Am Eingang des Pigeon Island National Park. Signal Peak im Hintergrund.

Pigeon Island war ehemals der Unterschlupf des berüchtigten französischen Piraten François le Clerc, der als der erste Pirat mit klassischem Holzbein belegt ist.

Er griff von seinem Stützpunkt auf der Insel mit seiner kleinen Flotte aus acht Schiffen bevorzugt vorbeisegelnde spanische Handelsschiffe an, überfiel aber auch Städte anderer Karibikinseln und machte sich über den Handelsverkehr mit den kanarischen Inseln her.

Le Clerc hatte eine Übereinkunft mit den auf der Insel lebenden einheimischen Kariben ausgehandelt, so dass diese ihn gewähren ließen und seine Schiffe nicht angriffen.

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Im Pigeon Island National Park

Im 18. Jahrhundert änderte sich dann die Lage und Pigeon Island wurde vom britischen Admiral George Rodney erobert, der die Kariben von der Insel vertrieb. Er baute die ganze Insel zu einem Festungsgelände aus und ließ in dem Zuge alle Bäume auf der Insel fällen, um überall freie Sicht und Schussbahn zur Verteidigung zu haben.

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Im Pigeon Island National Park
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In den Kasernenruinen. Martinique am Horizont.

Die offenen Wiesen mit relativ wenigen Bäumen sind noch heute ein auffälliges Merkmal, wenn man das Nationalparkgelände von Pigeon Island betritt.

Für Rodney diente die Insel als Beobachtungsposten für die Bewegungen der französischen Marine.

Vor allem vom höheren der beiden Hügel aus, dem Signal Peak, hatte er freie Sicht bis zur etwa 40 Kilometer entfernten Nachbarinsel Martinique, die sich fest in französischer Hand befand und auch heute noch ein französisches Übersee-Département ist.

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Ruinen der ehemaligen britischen Kasernen von Admiral Rodney

Im Nationalpark findet man mehrere Ruinen des früheren britischen Militärgeländes, unter anderem eine Kaserne und ein Offizierskasino.

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Reste des Offizierskasinos

Richtung Norden kann man auch, ohne den Signal Peak zu erklimmen, gut das benachbarte Martinique am Horizont erkennen.

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Südküste von Martinique am Horizont in ca. 40 Kilometer Entfernung Richtung Norden

Auf dem zweiten etwas niedrigeren Hügel von Pigeon Island, der sich ganz auf der westlichen Spitze des Insel befindet, sind die nach ihm benannten Ruinen des ehemaligen Forts von Admiral Rodney.

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Fort Rodney

Admiral Rodney begann 1782 von Pigeon Island aus seinen Angriff gegen die französischen Flotte, die er in der Schlacht von Les Saintes nördlich der Kleinen Antilleninsel Dominica besiegte. Mit dieser Schlacht wurde die Vormachtstellung der britischen Seeflotte im karibischen Raum gefestigt.

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Fort Rodney mit der Rodney Bay im Hintergrund

Während des zweiten Weltkriegs wurden die Hügel auf Pigeon Island von der amerikanischen Marine als Funk- und Kommunikationsstandorte genutzt, um die Verteidigung gegen deutsche U-Boote zu koordinieren, die durch patrouillierende Flugzeuge vor den Antilleninseln aufgespürt wurden.

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Blick von Fort Rodney zum Signal Peak und nach Martinique am Horizont

Von den Hügeln hat man einen guten Blick auf den künstlichen Damm, der 1971 aufgeschüttet wurde, um Pigeon Island mit St. Lucia zu verbinden.

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Signal Peak, Damm nach St. Lucia und Rodney Bay

Auch St. Lucia’s Westküste und die grünen Berge im Hinterland sind von Pigeon Island aus gut zu sehen.

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Blick über die Westküste St. Lucia’s und das Inselinnere

Der Rückweg führte vorbei am Reduit Beach, einem der populärsten Strände St. Lucia’s, der außerdem einen schönen Sonnenuntergang über der Rodney Bay zu bieten hat.

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Abend am Reduit Beach, Rodney Bay

(Fotos vom Februar 2019)

 

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2 Kommentare zu „St. Lucia – Marigot Bay und Pigeon Island“

  1. wow tolle Bilder und toll die Beschreibung dazu !!! Dein „blau“ steht meinem aber auch nicht nach ( von Teneriffa ) ! Sehr schön natürlich die Buchten und die Vegetation !!! Da Foto mit dem Regenbogen ist schon der Hammer !!!! na ja die Strände – einfach Karibikfeeling !!! Toll

    Gefällt 1 Person

    1. Danke! 🙂 Die Karibik ist ja eher für das Türkis-Blau-Grün als das pure Blau berühmt, aber die Bedingungen dafür sind schwerer zu erwischen, man muss den richtigen Winkel, das richtige Licht und flaches Wasser mit Sanduntergrund haben. Ja, so einen Regenbogen haben die dort fast jeden Tag, weil es oft in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang kurz regnet und mit der Sonne geht dann beinahe gleichzeitig der Regenbogen auf! Beneidenswert!

      Gefällt 1 Person

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