Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten

St. Lucia – Schwefel, Blumen, Wald und Wasserfälle

Naturattraktionen rund um Soufrière

Die Gegend um Soufrière auf St. Lucia hat zahlreiche Naturattraktionen zu bieten, die alle zu besichtigen mehrere Tage in Anspruch nehmen würde. In der Kürze der Zeit musste ich mich daher auf eine kleine Auswahl beschränken.

Was auch immer man besucht, die beiden Pitons sind aus stets wechselnden Perspektiven ständiger Begleiter der Szenerie um Soufrière.

DriveInVolcano0
Petit Piton

Nach nur wenigen Kilometer, nachdem man den Ort verlassen hat, gelangt man zu einer weiteren Hauptattraktion St. Lucia’s, den Sulphur Springs oder Schwefelquellen. Sie werden auf der Insel auch als „Drive-In-Volcano“ beworben, da man nach kostenpflichtigem Einlass in das Gebiet mit dem Auto relativ nahe an die Quellen heranfahren kann, wenn auch die Freiheiten ziemlich eingeschränkt sind und die meisten Aussichtspunkte doch nur zu Fuß und im Rahmen einer Führung erreicht werden können.

DriveInVolcano1
Sulphur Springs

Die Sulphur Springs sind ein anschauliches Zeugnis des vulkanischen Ursprungs St. Lucia’s wie auch der meisten anderen Inseln über dem Winde, und sie stellen das geothermisch aktivste Gebiet der Kleinen Antillen dar. Sie liegen, wie auch Soufrière selbst, innerhalb der Qualibou-Caldera, die nach dem Einsturz eines vor etwa 40000 Jahren entstandenen Lavadoms entstanden ist. Der letzte Ausbruch von Lava hat 1780 stattgefunden, aber das Gebiet ist bis heute mit brodelnden Quellen und Fumarolen, aus denen heiße Dämpfe austreten, sehr aktiv.

Vor einigen Jahren konnte man noch deutlich näher an die dampfenden Löcher im Boden herantreten, aber nachdem ein Wissenschafter auf dem instabilen Untergrund eingebrochen und tödlich verunglückt war, sind die Absperrungen auf einen respektvolleren Radius erweitert worden.

DriveInVolcano2

Der hohe Schwefelgehalt der Dämpfe hat Soufrière – Schwefelgrube – auch den Namen gegeben. Das Gelände war im 19. Jahrhundert wirtschaftlich von Bedeutung, als dort Schwefel abgebaut wurde. Heute wird das Wasser der Quellen vor allem für therapeutische Zwecke zur Behandlung verschiedener Krankheiten genutzt.

Über die Nutzung der geothermischen Energie als Energiequelle für St. Lucia hat man auch nachgedacht, aber alle Pläne sind bisher im Sande verlaufen, vor allem weil man keine überzeugende Lösung gegen das Rosten der notwendigen Rohrleitungen gefunden hat.

DriveInVolcano3

Am Ortsrand von Soufrière befinden sich die Diamond Botanical Gardens, in denen man viele Blumen und Pflanzen der Karibik, nicht nur einheimische Pflanzen St. Lucia’s, in einem üppig grünen weitläufigen Garten bewundern kann.

DiamondGardens1
Diamond Botanical Gardens

Der Garten wird aktiv gepflegt und ständig um neue Anpflanzungen erweitert. Mit etwas Glück sieht man auch Kolibris auf der Suche nach Blütennektar. Die rasend schnellen Vögel mit der Kamera einzufangen, ist allerdings deutlich schwieriger als eine Fotoserie der vielen farbenprächtigen Blumen im Garten zusammenzustellen.

DiamondGardens1

DiamondGardens1b

DiamondGardens3

DiamondGardens1c

Durch den Garten fließt der Diamond River, dessen graues bis fast schwarzes Wasser von seiner Herkunft aus dem vulkanischen Gebiet der Sulphur Springs zeugt. Er hat auch die ehemaligen Heilbäder versorgt, die der französische König Ludwig XVI. für seine Soldaten hier bauen ließ. Nur noch Überreste sind von ihnen erhalten, aber man hat inzwischen neue ähnliche Mineralbäder in dem Garten angelegt, die auch gegen Gebühr genutzt werden können.

DiamondGardens1d
Diamond River, von der Asche der benachbarten Sulphur Springs dunkelgrau gefärbt

Am Ende des Gartens stößt man auf die Diamond Falls, in denen sich der Diamond River über bunte Ablagerungen verschiedener Minerale in den Garten ergießt.

DiamondGardens1f
Diamond Falls

Von den Wasserfällen aus führt der Weg zurück zum Eingang des Gartens, aber es gibt mehrere Wege, so dass man auf dem Rückweg in den Genuss anderer Blumen, Sträucher und Bäume kommt.

DiamondGardens1e

DiamondGardens2

DiamondGardens1g

DiamondGardens1h

Die Diamond Falls sind nur einer von mehreren Wasserfällen, die sich in der Nähe von Soufrière befinden. Unterhalb der Nordseite des Petit Piton sind zum Beispiel die Piton Waterfalls, zu denen man in eine kleine Schlucht hinabsteigt. Am Grund der Schlucht wurden ein paar Becken gebaut, in denen sich das aus dem geothermischen Gebiet stammende warme und sehr mineralreiche Wasser für ein Bad im Schatten der Bäume sammelt.

PitonFalls1
Piton Waterfalls und Petit Piton

Die Gegend um Soufrière mit ihren ausgedehnten Regenwäldern ist auch die beste Wanderregion St. Lucia’s.

TetPaul1
Tet Paul Nature Trail

Einer der einfachsten Wege führt in knapp einer Stunde über den Tet Paul Nature Trail, der in der Lücke zwischen dem Gros Piton und dem Petit Piton verläuft.

Der Pfad wurde den Einheimischen eines benachbarten Dorfes in Eigeninitiative angelegt und wird auch von ihnen gepflegt. Wanderführer, die man hier buchen kann, kommen ebenfalls von dort und alle Einnahmen fließen in das Dorf zurück.

Der Weg führt in leichtem Auf und Ab zu verschiedenen Aussichtspunkten, die weite Blicke über die südliche Hälfte St. Lucia’s, auf die Pitons und über die nahe  karibische und die fernere atlantische Küste erlauben. Unter anderem ist vom Wanderpfad auch St. Lucia’s höchster Berg, der 950 Meter hohe Mount Gimie zu sehen, der wie die meisten Erhebungen der Insel vulkanischen Ursprungs ist.

TetPaul2
Mount Gimie, mit 950 Metern St. Lucia’s höchster Berg

Auf dem Tet Paul Nature Trail ist man den beiden Pitons besonders nah. Südlich liegt der dicht bewaldete etwas höhere Gros Piton, der in einer geführten Wanderung relativ leicht bestiegen werden kann. Er ist mit 798 Metern Höhe der zweithöchste Berg St. Lucia’s.

TetPaul4
Gros Piton (798 m)

Der 743 Meter hohe, schroffere und felsigere Petit Piton liegt nördlich des Wanderweges. Zwischen den beiden Vulkankegeln befindet sich an der Karibikküste der Sugar Beach, einer der schönsten und exklusivsten Strände St. Lucia’s.

TetPaul3
Petit Piton (743 m) und Sugar Beach links unten.

Wanderungen im Regenwald St. Lucia’s sind grundsätzlich nur mit autorisiertem Führer erlaubt. Der Tet Paul Nature Trail bildet eine Ausnahme; jedenfalls gestatten die Wanderführer vor Ort in der Regel, die kurze Wanderung allein zu unternehmen, da sie recht harmlos ist und die Wege nicht zu übersehen und gut ausgeschildert sind.

Normalerweise soll der Regenwald aber vor unkontrollierten Wanderern und die Wanderer vor einer nicht ganz ungefährlichen Schlangenart St. Lucia’s geschützt werden. Diese bis zu 2 Meter große Lanzenotternart ist leicht erregbar, angriffslustig, schnell und extrem giftig, und das Gift gehört zu den komplexesten Mischungen im Tierreich und kann ganz unterschiedliche Wirkungen verursachen. Einheimische erzählen manchmal mit etwas makabrem Genuss von den Schrecken dieser Schlangenart. Aber vielleicht dient auch das wieder dem Schutz des heimischen Regenwalds, hat man doch nach diesen Geschichten etwas den Mut verloren, sich als Wanderer auf eigene Faust auf den Weg zu machen.

TetPaul5

(Fotos vom Februar 2019)

 

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: