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Zermatt – Gletschergarten und Gornerschlucht

Eis und Wasser bei der Arbeit

Oberhalb von Zermatt etwa 30 Minuten Fußweg von der Bergstation Furi entfernt gelangt man zum sogenannten Gletschergarten. Der Weg führt an einigen alten Walliser Gehöften und Scheunen vorbei, die sich in kleinen Gruppen auf einer Terrasse über dem Mattertal aneinanderschmiegen. Manchmal sitzt jemand vor der Tür seines Hauses in der warmen Walliser Sonne, aber meistens begegnet man auf dem Weg nur vereinzelten Wanderern oder Mountain Bikern.

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Nach einem kurzen Waldstück erreicht man schließlich eine Fußgängerhängebrücke, die den tief liegenden Flusslauf des Gornerbachs überspannt, der etwa 90 Meter unter der Brücke liegt. Die Brücke hat eine Länge von etwa 100 Metern.

Gletschergarten3

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Hängebrücke zum Gletschergarten
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Hält das wirklich?

Wer im Gletschergarten einen Gletscher erwartet, wird enttäuscht – oder er kommt ein paar hundert oder tausend Jahre zu spät. Tatsächlich wurde das ganze Gebiet einmal vom Gornergletscher bedeckt, und was man hier sieht, ist das Werk von Gletscherwasser und Eis. Wollte man dem Beginn der Arbeiten zusehen, hätte man sogar vor etwa zwei Millionen Jahren vor Ort sein müssen.

Schmelzwasser, das auf der Oberfläche des Gletschers abtaute und sich seinen Weg durch ein Labyrinth von Tunneln und Spalten bis zum Grund des Gletschers suchte, hat hier an einigen Stellen in sogenannten Gletschermühlen durch wirbelnde Bewegung in Verbindung mit Felsbrocken und Sedimentgestein runde Gletschertöpfe aus dem Felsgestein herausgeschliffen – eine Arbeit von Millionen Jahren.

Gletschergarten6
Die Gletschertöpfe von Zermatt

Die Gletschertöpfe wurden in den 60-er Jahren von einem ehemaligen Zermatter Hotelier entdeckt, der sich danach erfolgreich darum bemüht hat, diesen kleinen Park einzurichten, der auf einigen Informationstafeln auf dem Weg die Entstehungsgeschichte der Gletschertöpfe von Zermatt erläutert.

Gletschergarten7

Vom Gletschergarten führt ein ausgeschilderter Weg zum sogenannten Gletschertor. Vorbei an glattgeschliffenen Felswänden, bei deren Anblick man ahnen kann, dass sich hier einstmals der Gornergletscher betätigt hat, führt der Pfad hinunter ins breitere Tal der Gornera, des Schmelzwasserflusses des Gornergletschers.

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Oberes Tal der Gornera

In der Ferne sieht man eine Staustufe des Baches, die man, wenn man nicht weiß, was es wirklich ist, für das „Gletschertor“ halten könnte.

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Tatsächlich hat dieses Stauwerk nichts mit dem Gletschertor zu tun. Es ist noch viel weiter entfernt und stellt einfach das äußerste Ende der heutigen Gletscherzunge des Gornergletschers dar.

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Gletscherzunge des Gornergletschers

Aufgrund des immer schlechter werdenden Wetters musste ein Foto aus der Ferne auf die Gletscherzunge reichen.

Gletschergarten11

Der Lauf der Gornera wird talwärts enger und schneidet sich immer tiefer in den Fels. Unterwegs wird der Bach durch einen künstlichen Tunnel, der Schmelzwasser aus höheren Bergregionen ins Tal lenkt, mit zusätzlichem Wasser versorgt, das sich mit unglaublichem Druck und Getöse in die beginnende Schlucht ergießt.

Gletschergarten12

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Etwas unterhalb der Hängebrücke, die in den Gletschergarten führte, beginnt die eigentliche Gornerschlucht.

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Holzstege und Treppen führen durch die Schlucht. Der Weg wurde privat gebaut und wird heute mit den Mitteln einer geringen Eintrittsgebühr weiter betrieben und in Stand gehalten.

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Gornerschlucht

Gornerschlucht3

Gornerschlucht6

Gornerschlucht4

Am Ende des begehbaren Teils der Schlucht führt eine lange Holztreppe nach oben und hinaus aus der Schlucht.

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Von hier führt der Weg über Wiesen und Waldabschnitte immer unter der Gondelbahn des ersten Teils des Matterhorn-Express von Zermatt nach Furi hinunter in den Ort.

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Kapelle Blatten „Maria Rosenkranzkönigin“

Gornerschlucht12

Unten im Tal angekommen bemerkt man, dass die Gornera inzwischen zu einem beachtlichen Fluss geworden ist, der sich auf dem Weg mit einigen anderen Gletscherbächen vereinigt hat, vor allem dem Zmuttbach, der nordwestlich des Matterhorns entsteht.

Gornerschlucht10

Ab hier heißt der Fluss Mattervispa, durchfließt Zermatt, vereinigt sich später mit der aus dem Saastal kommenden Saaservispa zur Vispa und mündet schließlich in die Rhone.

Gornerschlucht11

(Fotos vom August 2019)

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