Zermatt – Gletschergarten und Gornerschlucht

Eis und Wasser bei der Arbeit

Oberhalb von Zermatt etwa 30 Minuten Fußweg von der Bergstation Furi entfernt gelangt man zum sogenannten Gletschergarten. Der Weg führt an einigen alten Walliser Gehöften und Scheunen vorbei, die sich in kleinen Gruppen auf einer Terrasse über dem Mattertal aneinanderschmiegen. Manchmal sitzt jemand vor der Tür seines Hauses in der warmen Walliser Sonne, aber meistens begegnet man auf dem Weg nur vereinzelten Wanderern oder Mountain Bikern.

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Nach einem kurzen Waldstück erreicht man schließlich eine Fußgängerhängebrücke, die den tief liegenden Flusslauf des Gornerbachs überspannt, der etwa 90 Meter unter der Brücke liegt. Die Brücke hat eine Länge von etwa 100 Metern.

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Hängebrücke zum Gletschergarten
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Hält das wirklich?

Wer im Gletschergarten einen Gletscher erwartet, wird enttäuscht – oder er kommt ein paar hundert oder tausend Jahre zu spät. Tatsächlich wurde das ganze Gebiet einmal vom Gornergletscher bedeckt, und was man hier sieht, ist das Werk von Gletscherwasser und Eis. Wollte man dem Beginn der Arbeiten zusehen, hätte man sogar vor etwa zwei Millionen Jahren vor Ort sein müssen.

Schmelzwasser, das auf der Oberfläche des Gletschers abtaute und sich seinen Weg durch ein Labyrinth von Tunneln und Spalten bis zum Grund des Gletschers suchte, hat hier an einigen Stellen in sogenannten Gletschermühlen durch wirbelnde Bewegung in Verbindung mit Felsbrocken und Sedimentgestein runde Gletschertöpfe aus dem Felsgestein herausgeschliffen – eine Arbeit von Millionen Jahren.

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Die Gletschertöpfe von Zermatt

Die Gletschertöpfe wurden in den 60-er Jahren von einem ehemaligen Zermatter Hotelier entdeckt, der sich danach erfolgreich darum bemüht hat, diesen kleinen Park einzurichten, der auf einigen Informationstafeln auf dem Weg die Entstehungsgeschichte der Gletschertöpfe von Zermatt erläutert.

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Vom Gletschergarten führt ein ausgeschilderter Weg zum sogenannten Gletschertor. Vorbei an glattgeschliffenen Felswänden, bei deren Anblick man ahnen kann, dass sich hier einstmals der Gornergletscher betätigt hat, führt der Pfad hinunter ins breitere Tal der Gornera, des Schmelzwasserflusses des Gornergletschers.

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Oberes Tal der Gornera

In der Ferne sieht man eine Staustufe des Baches, die man, wenn man nicht weiß, was es wirklich ist, für das „Gletschertor“ halten könnte.

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Tatsächlich hat dieses Stauwerk nichts mit dem Gletschertor zu tun. Es ist noch viel weiter entfernt und stellt einfach das äußerste Ende der heutigen Gletscherzunge des Gornergletschers dar.

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Gletscherzunge des Gornergletschers

Aufgrund des immer schlechter werdenden Wetters musste ein Foto aus der Ferne auf die Gletscherzunge reichen.

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Der Lauf der Gornera wird talwärts enger und schneidet sich immer tiefer in den Fels. Unterwegs wird der Bach durch einen künstlichen Tunnel, der Schmelzwasser aus höheren Bergregionen ins Tal lenkt, mit zusätzlichem Wasser versorgt, das sich mit unglaublichem Druck und Getöse in die beginnende Schlucht ergießt.

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Etwas unterhalb der Hängebrücke, die in den Gletschergarten führte, beginnt die eigentliche Gornerschlucht.

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Holzstege und Treppen führen durch die Schlucht. Der Weg wurde privat gebaut und wird heute mit den Mitteln einer geringen Eintrittsgebühr weiter betrieben und in Stand gehalten.

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Gornerschlucht

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Am Ende des begehbaren Teils der Schlucht führt eine lange Holztreppe nach oben und hinaus aus der Schlucht.

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Von hier führt der Weg über Wiesen und Waldabschnitte immer unter der Gondelbahn des ersten Teils des Matterhorn-Express von Zermatt nach Furi hinunter in den Ort.

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Kapelle Blatten „Maria Rosenkranzkönigin“

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Unten im Tal angekommen bemerkt man, dass die Gornera inzwischen zu einem beachtlichen Fluss geworden ist, der sich auf dem Weg mit einigen anderen Gletscherbächen vereinigt hat, vor allem dem Zmuttbach, der nordwestlich des Matterhorns entsteht.

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Ab hier heißt der Fluss Mattervispa, durchfließt Zermatt, vereinigt sich später mit der aus dem Saastal kommenden Saaservispa zur Vispa und mündet schließlich in die Rhone.

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(Fotos vom August 2019)

Simplon, Brig, Grächen

Schlechtwetterausflug mit unfreiwilliger Verlängerung

Wenn das Wetter in Zermatt so schlecht ist, dass die Wolken gefühlte zehn Meter über dem Kopf hängen, bietet sich ein Ausflug an. Vielleicht nach Italien? Vielleicht zum sonnenverwöhnten Lago Maggiore? Er ist jedoch nicht so nah wie man meint, denn es liegen Berge im Weg der direkten Luftlinie – nicht überraschend im Gebirge. Große Umwege sind nötig, um dieses Ziel zu erreichen.

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Mattertal

Es sind schon etwa 35 Kilometer, um von Zermatt durch das gesamte Mattertal ins Rhonetal zu gelangen. Von dort geht es ostwärts durch das Tal bis Brig, wo die Simplonpassstraße beginnt, die via Domodossola zum Lago Maggiore führt. Insgesamt ist die Strecke etwa 140 Kilometer lang.

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Bahnlinie bei Stalden im Mattertal

Auf der Straße zum Simplonpass überquert man die Ganterbrücke, die bis 2014 die Brücke mit der größten Spannweite in der Schweiz war. Sie wurde 1980 gebaut und ersetzte damit eine alte Version der Brücke, die schon Anfang des 19. Jahrhunderts von Napoleon Bonaparte gebaut wurde, der sie nutzte, um seiner Artillerie die Überquerung der Alpen zu ermöglichen.

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Ganterbrücke auf der Simplonpassstraße

Der Simplonpass, der schon früher als Verbindung zwischen dem Wallis und Italien genutzt wurde, erlangte erst durch Napoleons Straßenbau überregionale Bedeutung, die im 20. Jahrhundert noch weiter zunahm. Die alte Straße wurde weitgehend durch eine neue Nationalstraße ersetzt, welche den Simplonpass zum bestausgebauten Passübergang der Schweiz machte und heute vom Schwerlastverkehr intensiv genutzt wird. Unter dem Simplonpass verläuft der knapp 20 Kilometer lange Simplon-Tunnel, ein Anfang des 20. Jahrhunderts gebauter Eisenbahntunnel, der bis 1982 der längste Tunnel der Welt war.

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Auf der 1995 Meter hoch gelegenen Simplon-Passhöhe wurde klar, dass das Wetter in Italien nicht besser sein würde als im Wallis. Es war im Nebel schier gar nichts zu sehen. Also entschied ich mich zur Umkehr und zu einem Stadtbummel durch Brig im Rhonetal.

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Brig und Rhonetal in Richtung Westen

Brig ist mit etwa 13.000 Einwohnern Zentrum und größter Ort im Oberwallis, dem deutschsprachigen Teil des Rhonetals. Wirtschaftliche Bedeutung hat die Gemeinde vor allem durch den Simplontunnel erlangt, dessen nördlicher Ausgang sich hier befindet.

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Stockalperschloss

Brig ist außerdem eine Haltestelle des Glacier-Express sowie der Bahnverbindung in die nördliche Schweiz durch den Lötschbergtunnel, der die Berner Alpen unterquert.

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Garten des Stockalperschlosses

Brig hat eine sehenswerte Altstadt, in der insbesondere das Stockalperschloss auffällt.

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Innenhof des Stockalperschlosses

Es ist nach Kaspar Stockalper benannt, der im 17. Jahrhundert prägend für die Geschichte von Brig war. Er war Kaufmann und Politiker und entstammte einer Familie, welche die Stockalp am Simplonpass bewirtschaftete.

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Er erkannte die Bedeutung des Passes für den Handel zwischen dem Wallis und Italien und ließ den Stockalperweg, einen alten Saumpfad über den Simplonpass, ausbauen, um den Handel zwischen den beiden Regionen voranzutreiben.

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Briger Altstadt

Durch die Handelstätigkeit über den Pass, die Erschließung mehrerer Bergbauminen und nachdem ihm das Salzmonopol, das Hoheitsrecht über die Gewinnung von Salz, zugesprochen wurde, wurde er sehr wohlhabend.

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Mehrere Gebäude in der Altstadt zeugen von der regen Bautätigkeit, zu der ihn sein Reichtum bewegt hat.

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Irgendwann reichte sein Handelsimperium durch halb Europa und wurde so erdrückend, dass sich mehrere Familien gegen ihn zusammentaten, um ihn wegen mehrerer angeblicher Vergehen, wie dem Missbrauch des Salzmonopols und der unberechtigten Erhöhung von Zöllen über den Simplonpass, anzuklagen.

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Mit Erfolg: Er musste sich mehrere Jahre ins Exil nach Domodossala zurückziehen, konnte später aber aufgrund einer günstigeren politischen Lage zurückkehren, um den Rest seines Lebens auf seinem Schloss in Brig zu verbringen.

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Die heutige Gestalt der Innenstadt von Brig mit breiten Fußgängerzonen ist weitgehend das Ergebnis von Renovierungsarbeiten in der Folge einer Hochwasserkatastrophe im Jahre 1993, welche die Stadt meterhoch mit Schlamm und Geröll überflutet hatte.

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Bis zu drei Meter hoch schoben sich damals das Geröll und die Wassermassen der Saltina, eines Nebenflusses der Rhone, mitten durch Brig, nachdem tagelange heftige Regenfälle ihren Pegel hatten anschwellen lassen.

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Der angerichtete Schaden war enorm und belief sich auf eine halbe Milliarde Franken.

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Diese Katastrophe ist mittlerweile lange her, aber kleinere und mittlere Ereignisse dieser Art sind im Wallis gang und gäbe, und ich sollte noch am gleichen Tag selbst davon betroffen sein.

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Grächen (1619 m)

In Randa auf dem Weg nach Zermatt hatte ein Bergsturz die Straße und auch Teile der Bahnstrecke verschüttet, so dass Zermatt an diesem Tag mit Auto und Bahn nicht mehr zugänglich war.

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Viele Besucher waren zu einer Zwischenübernachtung außerhalb von Zermatt gezwungen. Mich hat diese Übernachtung nach Grächen geführt, einem Ort etwa dort, wo Matter- und Saasertal zusammenlaufen.

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Obwohl viel weiter unten im Mattertal gelegen, befindet sich Grächen auf einer Hochterrasse, die etwa genauso hoch wie Zermatt ist. Die Umgebung des Ortes gilt als das niederschlagsärmste Gebiet der Schweiz und der ganzen Alpen.

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Noch am nächsten Morgen war die Straße gesperrt, so dass sich eine Gondelfahrt auf eine nahegelegene Alm oberhalb von Grächen anbot, zumal der Preis für die Fahrt sogar in der Zimmerübernachtung enthalten war.

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Wahrscheinlich ist der Ort eine echte und geldbeutelschonende Ferienalternative zu Zermatt im Sommer wie im Winter. Die gleiche Höhe hat er ja und das Matterhorn ist auch in der Ferne zu sehen, wenn Wolken nicht die Sicht versperren.

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Mittags war die Straße wieder geräumt. Bei Randa war nicht mehr viel von dem Bergsturz zu sehen, abgesehen von seinem großen Vorläufer, dem Bergsturz von 1991, bei dem gigantische Teile einer Felswand in zwei großen Wellen ins Tal gestürzt sind und ganze Ortsteile unter sich begraben haben.

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Bergsturz von Randa 1991

(Fotos vom August 2019)

Zermatt – Ansichten vom Dorf

…wenn das noch der richtige Begriff ist

In und um Zermatt gibt es Spuren, die belegen, dass sich schon in der Mittel- und Jungsteinzeit Menschen hier aufgehalten haben. Auf eine Besiedlung schon in der Eisenzeit ab etwa 380 v. Chr. deuten Reste von Töpferwerkstätten hin, die bei Furi und beim Bau von Hotels im Ort entdeckt wurden. Funde aus der Römerzeit am Theodulpass oberhalb von Zermatt legen nahe, dass das Dorf auf frühen Handelsrouten zwischen Italien und dem Rhonetal lag.

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1280 n. Chr. wird Zermatt erstmals in mittelalterlichen Schriften unter seinem früheren lateinischen Name „Pratobornum“ erwähnt, der später in den französischen Namen „Praborgne“ überging, der heute noch im französischen Sprachraum bekannt ist.

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Der Name bedeutet soviel wie „Wiese (oder Matte) im Quellgebiet“ und verweist auf die vier Gletscherbäche, die sich im Tal bei Zermatt vereinen. Die Bergwiese oder „Matte“ spiegelt sich auch im heutigen walliserdeutschen „Zur Matt“ bzw. endgültig „Zermatt“ wieder.

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Um 1800 hatte Zermatt nur etwa 400 Einwohner und bestand aus einigen zusammenhängenden Weilern. Heute zählt der Ort knapp 6000 Einwohner, bietet aber in Hotels und anderen Unterkünften zusätzlich Platz für etwa 17500 Gäste.

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Etwa um 1800 kamen auch die allerersten Besucher nach Zermatt. Um 1850 entstanden die ersten Hotels und zu einem regelrechten Tourismusschub kam es nach 1865, nachdem Zermatt durch die Erstbesteigung des einige Jahre zuvor noch für unbezwingbar gehaltenen Matterhorn durch den Engländer Edward Whymper weltberühmt geworden war.

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Vom alten Dorf aus dieser Zeit sind neben dem heutigen Ortskern noch einige Häuser im Stil alter Walserhäuser erhalten. In der Regel wurden diese Häuser aus dickem Lärchenholz gebaut, das sich im Laufe der Jahre in der Sonne dunkler bis fast ganz schwarz färbte.

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Ein paar außerhalb des Ortskerns gelegene Weiler haben auch noch das typische Erscheinungsbild eines Walliser Bergdorfes, aber ansonsten ist Zermatt heute vom Stil eines modernen Ferienortes geprägt.

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Im alten Ortskern trifft man auf einen Brunnen mit einer Gedenktafel für Ulrich Inderbinen, einem legendären Zermatter Bergführer. Über 370-mal hat er das Matterhorn bestiegen, das letzte Mal mit 90 Jahren. Er wurde 104 Jahre alt und war bis zu seinem 96. Lebensjahr als Bergführer aktiv.

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Das Bergsteigen im Mattertal begann schon 1792, als das Klein Matterhorn erstmals bestiegen wurde. Weitere Höhepunkte waren die Erstbesteigung der Dufourspitze, des höchsten Schweizer Berges, im Jahre 1855, die schon erwähnte Matterhornerstbesteigung im Jahre 1865 und die Erstdurchsteigung der schwierigen und gefährlichen Matterhorn-Nordwand im Jahre 1931.

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1873 wurde die Zermatter Bergführergesellschaft St. Niklaus gegründet, auf die über 300 Erstbesteigungen zurückzuführen sind, nicht nur in den Alpen, sondern auch über die Grenzen hinaus in anderen Teilen der Welt. So wurde z.B. der Elbrus im Kaukasus, der höchste Berg Europas (wenn man den Kaukasus zu Europa zählt), von einem Bergführer aus St. Niklaus zuerst bestiegen. Ein anderer hat als erster Schweizer 1883 einen Gipfel im Himalaja erklommen, und viele Routen in den Alpen, in Norwegen oder Kanada tragen die Namen von Bergführern aus St. Niklaus.

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Im Jahre 1891 wurde die Bahnstrecke durch das lange Mattertal von Visp im Rhonetal bis nach Zermatt für den Sommerbetrieb eröffnet und schon 1898 wurde die Gornergratbahn fertiggestellt.

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1933 wurde die Bahnstrecke durch das Tal für den Winterbetrieb gesichert und konnte damit ganzjährig betrieben werden. Schon 1944 hat die Zahl der Touristen im Winter die der Touristen im Sommer überflügelt. So ist es auch heute noch – der Winter ist die beliebtere, teurere und für die Hoteliers lukrativere Saison.

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Zermatt ist heute autofrei, zumindest was Autos mit Verbrennungsmotor angeht. Tatsächlich herrscht im Ort ein durchaus reger Verkehr mit kleinen Elektroautos, die sich um die Logistik kümmern und vor allem Touristen vom Bahnhof Zermatt abholen und wieder dorthin zurückbringen.

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Mit dem Auto kommt man bis nach Täsch, wo am Bahnhof für das letzte Stück per Bahn bis hinauf nach Zermatt auf 1608 Metern Höhe große Parkhäuser bereitstehen. Einheimische und Fahrzeuge mit Sondergenehmigungen dürfen die Straße nach Zermatt natürlich nutzen, gelangen aber in der Regel auch nur bis zu den Parkplätzen am Ortseingang.

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Man versucht natürlich darauf zu achten, dass das Ortsbild noch einigermaßen den Charme eines Bergdorfes behält, und es gibt hier und da Winkel, in denen das noch spürbar ist, aber im Großen und Ganzen ist Zermatt eher nicht geeignet, alpine Ursprünglichkeit zu erleben.

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Der Tourismus hat den Ort fest im Griff und es gibt nur kurze ruhigere Phasen zwischen den Jahreszeiten.

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Das Publikum ist äußerst international und darauf ist auch die Gastronomie eingerichtet, sowohl was die Küche als auch was das Personal angeht. Es ist nicht selbstverständlich, dass in einem Restaurant auch nur eine der drei sozusagen einheimischen Sprachen Deutsch, Französisch oder Italienisch gesprochen wird. Man muss mit Chinesisch, Japanisch oder Russisch, und gebrochenem Englisch als zweiter Sprache rechnen.

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Teuer ist jedes Restaurant. Selbst der obligatorische McDonalds liegt deutlich über dem normalen Niveau, ist aber trotzdem als einer der günstigsten Nahrungsversorger auch in Zermatt vor allem bei jungen Tagesbesuchern beliebt.

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Vom oft rustikalen äußeren Erscheinungsbild der Hotels und Unterkünfte darf man sich nicht täuschen lassen. Im Inneren herrscht häufig der pure Luxus und beste Schweizer Servicequalität mit dem entsprechenden Preis. Nicht umsonst hat Zermatt eine der längsten Listen von Hotels mit höchsten Bewertungen auf Portalen wie TripAdvisor und ähnlichen.

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Der Ausbau der touristischen Infrastruktur hat immer noch kein Ende gefunden. Baukräne überragen das Ortsbild an vielen Stellen, wobei man vom typischen gelben Anstrich der Kräne vielerorts Abstand genommen hat, um die Panoramafotos vom Ort nicht allzu auffällig zu ruinieren. Zermatt hat an Freizeitvergnügungen so ziemlich alles verfügbar, aber eines, worum die ansässigen Hoteliers seit Jahren streiten und kämpfen, sucht man in Zermatt vergeblich: Ein öffentliches Hallen- oder Freibad. An fehlendem Wasser oder Geld kann es nicht liegen; vielleicht findet man ja einfach keine ausreichend große Lücke auf der „Matte“ mehr.

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(Fotos vom August 2019)

 

Zermatt – Klein Matterhorn und Glacier Paradise

Zur höchsten Bergbahnstation Europas

Von Zermatt und den umliegenden Hängen aus gesehen ist das Matterhorn ein „Morgen-Berg“. Darum machen sich viele früh am Morgen auf den Weg, den perfekten Fotospot für ein morgendliches Alpenglühen aufzusuchen. Der Berg ist das erste Objekt, das nach Sonnenaufgang von der Sonne beschienen wird. Danach dauert es noch Stunden, bis das Sonnenlicht langsam das südliche Talende heruntergestiegen ist und die Schatten auch im Ort verdrängt hat.

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Matterhorn kurz nach Sonnenaufgang

Während die Licht- und Schattengrenze sich immer weiter talwärts verschiebt, ändern sich auch die Lichtverhältnisse und das Farbspiel auf den Felswänden des Matterhorns. Die Nordwand, die den Rest des Tages im Schatten liegt, steht am frühen Morgen noch in vollem Sonnenlicht – zumindest im Sommer.

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Eine halbe Stunde später

Eigentlich bietet es sich an, die Fahrt auf das Klein Matterhorn und das „Glacier Paradise“ direkt an die Fahrt zum Schwarzsee und Trockenen Steg anzuschließen, aber tags zuvor war es in der Höhe zu bewölkt als dass es viel Sinn gemacht hätte.

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Kapelle Blatten „Maria Rosenkranzkönigin“ aus der Gondelbahn Matterhorn Express 1 von Zermatt nach Furi aufgenommen

Mit einem Mehrtagespass für sämtliche Zermatter Bergbahnen ist es aber kein Problem, die Fahrt zum Trockenen Steg am nächsten Tag noch einmal zu wiederholen und dann von dort die Fahrt fortzusetzen. Es ging auch diesmal wieder zunächst über die drei Abschnitte der Gondelbahn „Matterhorn Express“.

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Aus der Gondelbahn Matterhorn Express 2 von Furi zum Schwarzsee

Ohne einen Zwischenstopp am Schwarzsee wird die ganze Strecke mit einer durchfahrenden Gondel in nur gut 20 Minuten absolviert, und am Ende befindet man sich in 2939 Metern Höhe etwa 1300 Meter über Zermatt.

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Matterhorn mit Ostwand, Nordwand, Hörnligrad dazwischen und Hörnlihütte unter dem Grad, aufgenommen aus der Gondelbahn Matterhorn Express 3 vom Schwarzsee zum Trockenen Steg

Hier am Trockenen Steg ist aber noch nicht der höchste mit einer Seilbahn erreichbare Punkt von Zermatt. Tatsächlich geht es noch weitere etwa 900 Meter höher auf das Klein Matterhorn, das seinen Namen offensichtlich der entfernt an die Pyramide des Matterhorns erinnernden Form verdankt.

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Trockener Steg und Matterhorn-Ostwand

Für die Strecke gibt es sogar zwei Seilbahnen: Eine schon Ende der Siebzigerjahre gebaute Luftseilbahn und eine ganz neue 3S-Bahn (3-Seil-Umlaufbahn), die erst 2018 in Betrieb genommen wurde. Diese Bahn hat mehrere gleichzeitig laufende recht große Kabinen, in der knapp 30 Personen auf komfortablen ledergepolsterten Bänken Platz haben.

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3S-Umlauf-Kabinenbahn von Trockener Steg auf das Klein Matterhorn und das Glacier Paradise

Aus der Kabine hat man einen großartigen Blick auf den Gornergletscher und den Grenzgletscher, die vor dem Sommer 2019 noch zusammengeflossen sind, jetzt aber ihre Verbindung aufgelöst haben, nachdem der Gornergletscher im Laufe der Jahre und Jahrzehnte immer mehr geschmolzen ist.

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Gandegghütte (3030 m) mit Gornergletscher und rechts Monte Rosa. Man sieht hier deutlich, dass der obere Gornergletscher und der Grenzgletscher nicht mehr verbunden sind (seit Sommer 2019).

Links vom Gletscher liegt der Gornergrat, von dem aus ein Weg hinab zum Gletscher führt, der ihn am unteren Ende überquert und dann hinauf zur Monte-Rosa-Hütte führt, die Ausgangspunkt für viele Hochtouren ins Monte-Rosa-Massiv ist.

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Monte Rosa mit Nordend und Dufourspitze

Spektakulär ist auch die Überquerung des Theodulgletschers mit der Seilbahn.

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Unterer Theodulgletscher, der von der Seilbahn vom Trockenen Steg zum Klein Matterhorn überquert wird

Die Seilbahnstrecke verläuft einmal in der Breite über den Gletscher, bevor sie das letzte Stück steil hinauf zur Bergstation am Klein Matterhorn nimmt.

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Der Theodulgletscher ist eher einer der kleineren Gletscher der Region und doch werden einem aus dieser Nähe die Dimensionen dieser Kolosse aus Eis und Schnee erst richtig bewusst.

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Der letzte Abschnitt führt fast mitten durch einen steilen Eisbruch auf das Klein Matterhorn.

Mit der Aussichtsplattform, die über einen Aufzug oder eine Treppe von der Bergstation aus erreicht werden kann, ist sie mit 3883 Metern die höchste Bergbahnstation Europas, etwa 40 Meter höher als die Station auf der Aiguille du Midi im Mont-Blanc-Massiv.

Es wird gesagt, dass empfindliche Personen durch die schnelle Fahrt nach oben in dieser Höhe schon mit Symptomen der Höhenkrankheit wie zum Beispiel heftigen Kopfschmerzen rechnen müssen.

Glücklicherweise blieb ich verschont und konnte die Aussicht genießen, soweit Kälte und starker Wind, die hier auch im Sommer normal sind, das zuließen.

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Breithorn (4164 m), der „leichteste Viertausender“ der Alpen. Im Hintergrund Lyskamm, Castor und Pollux. Über das Schneefeld rechts vom Gipfel, das Breithornplateau, verläuft die Grenze zwischen der Schweiz und Italien und der Breithornpass.

Der nächste Nachbar des Klein Matterhorns ist das zum Greifen nahe Breithorn. Der Berg gilt als der am leichtesten zu besteigende Viertausender der Alpen, und man sieht die Bergsteiger gemütlich in aufgereihten Ameisenkolonnen über die Schneekappe auf den Gipfel wandern.

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Etwas respektlos heißen bei den Zermatter Bergführern Hochtouranfänger, für die alle anderen Touren zu bedenklich sind, „Breithorn-Leute“.

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Gobba di Rollin (3899 m) heißt der flache Gipfel links. Er bildet das südliche Ende des Breithornplateaus und des zugehörigen Skigebiets und markiert das Quellgebiet des Theodulgletschers. Rechts unten die Treppe und der Aufzugschacht zur Aussichtsplattform auf dem Klein Matterhorn.

Südlich vom Klein Matterhorn erstreckt sich ein großes nur leicht hügeliges Plateau, das Breithornplateau, das Teil des Zermatter Sommerskigebiets „Matterhorn Glacier Paradise“ ist, des größten seiner Art in Europa. Am Südende liegt mit dem Gobba di Rollin direkt auf der Grenze zwischen der Schweiz und Italien der höchste Punkt eines europäischen Skigebiet. Die Umgebung des flachen Gipfels ist auch das Quellgebiet des Theodulgletschers.

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Blick nach Südwesten in die italienischen Alpen. Rechts unterhalb des Abhangs ist der Passo di Ventina, dann folgt der Testa Grigia mit einer Seilbahnstation nach Breuil-Cervinia, danach der Theodulpass.

Westlich vom Klein Matterhorn befindet sich der Theodulpass, der das Schweizer Wallis mit dem Aostatal in Italien verbindet. Der Pass liegt auf dem Alpenhauptkamm in einer Höhe von 3295 Metern, ist auf der Schweizer Seite vom vorbeifließenden Theodulgletscher begrenzt und kann nur zu Fuß überquert werden.

Tatsächlich ist der Theodulpass einer der ältesten genutzten Pässe der Alpen. Man hat hier sogar Artefakte aus der Steinzeit, etwa um 4000 v. Chr., gefunden, die darauf hindeuten, dass der Pass schon zu dieser frühen Zeit überquert wurde. Weitere Funde aus der Römerzeit wurden gemacht und es gibt viele mittelalterliche Belege, dass der Pass über Jahrhunderte eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung hatte. Nur heute nicht mehr, wo er nur noch von Wanderern und Skifahrern für eine rasante Abfahrt genutzt wird und Straßenverbindungen über niedriger gelegene Pässe ihn als Transportweg obsolet gemacht haben.

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Matterhorn-Ostwand, Dent Blanche, Ober Gabelhorn und Zinalrothorn

Von der stürmischen Aussichtsplattform aus hat man natürlich einen fantastischen Rundblick, der weit in die italienischen und französischen Alpen und ins Berner Oberland reicht.

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Zinalrothorn, Weißhorn, Mattertal, im Hintergrund die Pyramide des Bietschhorn in den Berner Alpen, Dom, Täschhorn und Alphubel. Links unten Trockener Steg, ganz links unten der Schwarzsee als kleiner dunkelblauer Fleck und die Gondelstation Schwarzsee.

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Dom, Täschhorn, Alphubel, Allalinhorn, Rimpfischhorn, Strahlhorn, Gornergletscher und rechts im Vordergrund das Breithorn

Man sagt in Zermatt, dass das hiesige Wetter aus Italien käme, sowohl das gute als auch das schlechte Wetter. An diesem Tag war gut zu sehen, wie tatsächlich massige Quellwolken langsam von der italienischen Seite aufsteigen und sich über den Alpenkamm auf die Schweizer Seite wälzen.

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Das heißt auch gleichzeitig, dass an einem Schlechtwettertag in Zermatt eine Flucht nach Italien in der Hoffnung auf Sonne in der Regel nicht funktioniert. Das Wetter ist dann auf der italienischen Seite meistens nicht besser.

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Von der Bergstation kann etwa 15 Meter unter das Eis des Theodulgletschers abgestiegen werden, wo man in den „Gletscher-Palast“ gelangt.

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Gang in den Gletscher-Palast unter dem Eis des Theodulgletschers

Der Palast ist mit seinen Spalten im Inneren des Gletschers und seinen künstlichen Eisskulpturen ähnlich eindrucksvoll und kitschig zugleich wie seine Pendents auf dem Jungfraujoch in den Berner Alpen und unter dem Mer de Glace am Mont Blanc.

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Gletscherspalten im Gletscher-Palast

Wenigstens hat man sich mit Skulpturen von Greifvögeln, Rentieren und Wölfen statt von Pinguinen und Eisbären eher auf die heimische – oder zumindest ehemalig heimische – Fauna konzentriert.

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Jede Menge Figuren…

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…oder abstrakte Skulpturen aus Eis im Gletscher-Palast

Am faszinierendsten ist es allerdings, die natürliche Gestalt und die vielfältigen Formen des Eises eines Gletschers in seinem Inneren aus nächster Nähe zu sehen.

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(Fotos vom August 2019)

 

Zermatt – Schwarzsee und Trockener Steg

Nah am Matterhorn

Das war einer der Tage, an denen man nicht wusste, ob das Wetter einen Ausflug erlaubt oder nicht. Vom Matterhorn war am Morgen gar nichts zu sehen, so komplett war es in Wolken verhüllt. Andererseits gab es ein paar blaue Löcher am Himmel. Am besten fragt man bei so einem ambivalenten Wetter die Einheimischen. „Das wird wahrscheinlich besser im Laufe des Tages, und wenn nicht, sieht es am Schwarzsee sehr mystisch aus. Das hat auch seinen Reiz.“

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Zermatt und rechts die Gondelstation Furi (1871 m)

Das hat mich überzeugt und ich ging zur Gondelstation des „Matterhorn Express“ am oberen Talende von Zermatt. Der Matterhorn Express ist eine Umlaufgondelbahn in drei Abschnitten. Jede Kabine hat Platz für sechs Personen. Der erste Abschnitt führt von Zermatt zur Station Furi, der zweite von Furi zum Schwarzsee und der dritte vom Schwarzsee zum Trockenen Steg. Je nachdem, wie weit man fahren will, kann man sitzen bleiben oder an den entsprechenden Zwischenstationen aussteigen. Eine identisch gebaute Gondelbahn, der Riffelberg Express, führt außerdem noch von Furi auf den Riffelberg, in die man an der Station Furi umsteigen kann.

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Blick vom Schwarzsee (2583 m) über das wolkenverhangene Mattertal

Die Transportinfrastruktur aus Seilbahnen, Gondelbahnen, Sesselliften und Zahnradbahnen ist in Zermatt zur Perfektion getrieben – im Sommer und erst recht im Winter, wo zusätzlich noch zahllose Skilifte in Betrieb sind. Die Möglichkeit, schnell in die Höhe zu gelangen, macht Höhenwanderungen sehr bequem – und Zermatt wird eigentlich erst in der Höhe wirklich interessant. Vom Ort aus sieht man genau einen Berg – ich muss nicht erwähnen, welchen -, ansonsten ist Zermatt von zwei steilen Hängen eingerahmt, welche die Sicht auf die Fülle der übrigen Viertausender verstellen, die hier so zahlreich sind wie nirgendwo sonst in den Alpen.

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Schwarzsee und Matterhorn in Wolken

Der Schwarzsee ist nicht nur ein kleiner See, sondern der ganze Bergrücken, auf dem er liegt, trägt diesen Namen. Zusammen mit dem Matterhorn selbst wird der Schwarzsee morgens als Erstes von allen Zermatt umgebenden Gebieten in Sonnenlicht getaucht. Wie eine angezündete Fackel leuchtet das Matterhorn dann über Zermatt, während es im Ort selbst noch dunkel ist.

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Schwarzsee

Direkt am See liegt die kleine Kapelle „Maria zum Schnee“ und im See gibt es kleine Fische – das war’s weitgehend.

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Ober Gabelhorn, Wellenkuppe, Zinalrothorn

Knapp 700 Meter höher, auf 3260 Metern Höhe, liegt die Hörnlihütte, zu der man üblicherweise in einer etwa zweistündigen Tour vom Schwarzsee aus aufsteigt.

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Matterhorn vom Schwarzsee aus gesehen

Die Hörnlihütte ist Ausgangspunkt für die Normalroute – d.h. die einfachste und am häufigsten begangene – auf das Matterhorn, dessen Gipfel etwa 1200 Meter über der Hütte liegt. Der Aufstieg beginnt sehr früh morgens und dauert etwa 6 Stunden. Er verläuft über den Nordostgrat – den „Hörnligrat“ -, der direkt an der Hütte beginnt. Von Zermatt aus kann man oft vor Sonnenaufgang eine Kette von Lichtpunkten der Stirnlampen der Bergsteiger sehen, die langsam den Grat hinaufkriecht.

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Matterhorn mit Hörnligrat und Hörnlihütte

Das Matterhorn hat insgesamt vier Grate, die alle begehbar sind, wenn auch mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Natürlich wurden auch alle vier Wände des Matterhorns auf zahllosen Routen und sommers wie winters durchstiegen. Im Schnitt dauert der Weg durch eine Wand doppelt so lange wie über einen Grat, wobei es „Speed-Kletterer“ gibt, welche die Nordwand, die berühmteste und schwierigste der Wände, schon in weniger als zwei Stunden durchklettert haben. Andere sind alle vier Grate hintereinander an einem einzigen Tag hochgeklettert – ja, viermal „hoch“, d.h. sie sind am gleichen Tag auch viermal wieder runtergeklettert! Es gibt an einem der ikonischsten Berge der Welt bergsteigerisch kaum eine verrückte Herausforderung, die nicht schon gemeistert wurde.

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Nicht die Hörnlihütte

Die meisten Grate und Wände sind auf kürzestem Weg von Zermatt aus zu erreichen, aber für einige liegt das italienische Pendant, der 2347 Meter hoch gelegene Ort Breuil-Cervinia, näher. (Die italienisch-schweizerische Grenze verläuft über das Matterhorn und der Berg heißt im Italienischen „Cervino“, im Französischen „Le Cervin“.) Von Breuil-Cervinia blickt man vor allem auf die Südwand des Matterhorn, das aus dieser Perspektive nicht wiederzuerkennen ist. Unfairerweise hat Zermatt aufgrund der außergewöhnlicheren Gestalt des Matterhorns aus nördlicher Sicht allen Ruhm und all das touristische Einkommen geerntet.

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Am Schwarzsee mit Lyskamm im Hintergrund

Vom Schwarzsee geht es mit dem Matterhorn Express 3 weiter zum Trockenen Steg in über 2900 Metern Höhe. Statt über den Umweg über den Schwarzsee kann der Trockene Steg auch direkt mit einer Seilbahn von Furi aus erreicht werden.

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Matterhorn Express 3 vom Schwarzsee zum Trockenen Steg (2939 m). Monte-Rosa-Gruppe rechts von der Kabine im Hintergrund.

Trockener Steg ist zusammen mit dem noch höher gelegenen Gebiet um das Klein Matterhorn eines der größten Skigebiete Europas. Im Sommer sieht es mit seinen riesigen Schotterpisten und Geröllflächen nicht wirklich schön aus, aber die Aussicht auf die Fülle an umliegenden Viertausendern ist fantastisch.

Die Perspektive auf das Matterhorn, das immer noch sehr nah ist, hat sich inzwischen verändert. Die Nordwand ist nun nicht mehr zu sehen; stattdessen hat man fast frontalen Blick auf die Ostwand mit dem Nordostgrat („Hörnligrat“) zur Rechten und dem Südostgrat („Furggengrat“) zur Linken.

TrockenerSteg2
Matterhorn-Ostwand, ganz rechts die Hörnlihütte

Ein Panoramaschwenk um etwa 180 Grad am Trockenen Steg sieht so aus:

TrockenerSteg3
Matterhorn und Dent Blanche. Im Vordergrund die Seilbahn auf das Klein Matterhorn und das Matterhorn Glacier Paradise.

TrockenerSteg4
Dent Blanche und Ober Gabelhorn

TrockenerSteg5
Ober Gabelhorn, Wellenkuppe und Zinalrothorn

TrockenerSteg6
Zinalrothorn und Weißhorn

TrockenerSteg7
Weißhorn, Mattertal, Dom, Täschhorn und Alphubel

TrockenerSteg8
Rimpfischhorn, Strahlhorn, Gornergrat, Cima di Jazzi, Gornergletscher, Monte Rosa und Lyskamm

TrockenerSteg9
Oberer Gornergletscher und Cima di Jazzi

TrockenerSteg10
Monte Rosa mit Nordend und Dufourspitze

Das Wetter war tatsächlich besser geworden. Auf dem Rückweg zum Schwarzsee war die Sicht über das Mattertal inzwischen fast klar, wenn auch das Matterhorn immer noch in Wolken hing.

Schwarzsee10
Mischabel und Allalingruppe

Von der Gondelbahn vom Schwarzsee nach Furi gab es noch eine schöne Sicht in das Tal des Gornerbaches, des Schmelzwasserbachs des Gornergletschers. Vor einigen Jahrzehnten war hier noch eine Verlängerung des Gornergletschers, der Bodengletscher, der inzwischen vollständig verschwunden ist.

Schwarzsee11
Tal der Gornera (Gornerbach, Abfluss des Gornergletschers)

Der Gornerbach, auch Gornera genannt, vereinigt sich noch oberhalb von Zermatt mit dem Furggbach und dem Zmuttbach zur Mattervispa, die Zermatt durchfließt und später auf die Saaservispa aus dem Tal von Saas Fee trifft. Als Vispa durchströmen sie den unteren Teil des Mattertals, bevor sie endlich in die Rhone münden.

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Furi oberhalb von Zermatt. Mischabel mit Dom und Täschhorn im Hintergrund.

(Fotos vom August 2019)

Zermatt – Gornergrat

Aussicht auf einen der größten Alpengletscher

Der Gornergrat ist ein langgestreckter Bergrücken, der sich von Zermatt in südöstlicher Richtung tief in den Alpenhauptkamm schneidet und von einer Fülle an Viertausendern umgeben ist. Der Grat trennt zwei Gletscher voneinander, die jeweils an einer seiner Flanken verlaufen, den Findelgletscher und den Gornergletscher. Der höchste Punkt des Grates liegt in 3135 Metern Höhe.

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Matterhorn über Zermatt, von der Bahnstrecke der Gornergratbahn aus aufgenommen.

Das touristische Potential des Grates und seiner landschaftlichen Umgebung wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts erkannt, und mit dem Bau der Gornergratbahn begann man es systematisch zu nutzen.

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1898 wurde die Bahnstrecke eröffnet; sie war die erste elektrisch betriebene Zahnradbahn der Schweiz. Sie hat eine Länge von über 9 Kilometern und überwindet von Zermatt bis zur Bergstation auf dem Gornergrat eine Höhendifferenz von fast 1500 Metern bei einer Fahrzeit von einer guten halben Stunde. Auf der Strecke liegen mehrere Zwischenbahnhöfe, an denen Fahrgäste aus- und zusteigen können.

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Die Gornergratbahn ist die zweithöchste Eisenbahnstrecke Europas. Sie wird nur von der Jungfraubahn übertroffen, deren Bergstation fast 400 Meter höher liegt. Im Vergleich zu dieser, die sich eher wie ein Hochgeschwindigkeitszug im Gebirge anfühlt, ist eine Fahrt mit der Gornergratbahn ein gemütlicher Ausflug.

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Hinzu kommt das große Plus, dass die Strecke, im Gegensatz zur Jungfraubahn, die durch einen schier endlosen Tunnel bis zum Gipfel rast, größtenteils durch offenes Gelände verläuft und permanent freie Sicht auf das Matterhorn in einer sich langsam verschiebenden Perspektive bietet.

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Unterhalb des Grates ist auf dem dunklen Hügel die Hörnlihütte (3260 m), Ausgangspunkt der Normalroute über den Nordostgrat (Hörnligrat) auf den Berg, als heller Punkt zu erkennen.

Zu Anfang fuhr die Bahn nur im Sommer auf den Gornergrat, aber die Strecke wurde Schritt für Schritt wintersicher gemacht, so dass um 1940 die Bergstation und die Skigebiete an den Zwischenstationen zu allen Jahreszeiten angefahren werden konnten. Die populärste Touristensaison hat sich danach bald vom Sommer auf den Winter verlagert – wie es auch heute noch der Fall ist.

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Bergstation der Gornergratbahn (3089 m) mit astronomischem Observatorium.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Kulmhotel auf dem Gornergrat gebaut, welches auch heute noch dort steht und das höchste Berghotel der Schweiz ist.

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Bergstation der Gornergratbahn. Von links: Theodulgletscher, Matterhorn und Dent Blanche.

Auf den beiden Türmen des Hotels wurden in den 1960-er Jahren zwei astronomische Observatorien errichtet, die lange Zeit wissenschaftlich eingesetzt wurden, heute aber eher für pädagogische Programme für Schüler, Studenten und die Öffentlichkeit genutzt werden.

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Neben der obligatorischen Sicht auf das Matterhorn bietet die Bergstation der Zahnradbahn aber vor allem eine großartige Aussicht auf den Gornergletscher, das Monte-Rosa-Massiv und die umliegenden Berge.

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Links der obere Gornergletscher, rechts der Grenzgletscher, dazwischen das Monte-Rosa-Massiv mit Nordend (4609 m) und Dufourspitze (4634 m), dem zweithöchsten Gipfel der Alpen und höchstem Berg der Schweiz. Rechts über dem Grenzgletscher der Lyskamm (4533 m). Auf dem Fels rechts oberhalb des grünen Gletschersees in der Mitte des Bildes befindet sich die Monte-Rosa-Hütte, Ausgangspunkt für die meisten Touren ins Monte-Rosa-Massiv.

Der Gornergletscher ist nach dem Großen Aletsch- und dem Fieschergletscher mit knapp 13 Kilometern Länge der drittlängste Gletscher der Alpen. Der Fläche nach ist das gesamte Gornergletschersystem nach dem Großen Aletschgletscher das zweitgrößte der Alpen.

Der Gornergletscher setzt sich aus einem oberen Teil nördlich des Monte-Rosa-Massivs und einem unteren Teil, der am Zusammenfluss mit dem größeren Grenzgletscher beginnt, zusammen. Der Grenzgletscher ist der eigentliche Quellgletscher des unteren Gornergletschers, insbesondere seitdem seit Sommer 2019 durch die klimawandelbedingte Gletscherschmelze der obere Gornergletscher nicht mehr mit dem Grenzgletscher verbunden ist.

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Gornergletscher im Vordergrund nach dem Zusammenfluss von oberem Gornergletscher und Grenzgletscher (links). Ganz links Lyskamm, halb links Castor (4223 m) und Pollux (4092 m), halb rechts Breithorn (4164 m), rechts Klein Matterhorn (3883 m). Der Gletscher zwischen Pollux und Breithorn ist der Schwärzegletscher, direkt unterhalb des Breithorns ist der Breithorngletscher, zwischen Breithorn und Klein Matterhorn der Triftjigletscher. Alle fließen mit dem Gornergletscher zusammen.

Das Gornergletschersystem – und hier insbesondere der Grenzgletscher – ist physikalisch ungewöhnlich, insofern es sich um sogenannte polythermale Gletscher handelt. Die weitaus meisten Gletscher der Alpen sind temperierte oder „warme“ Gletscher, d.h. das Eis ist warm genug, dass es unter Druck beginnt zu schmelzen und auf der Unterseite des Gletschers einen Wasserfilm erzeugt, auf dem der Gletscher abwärts gleitet.

Im Gegensatz dazu hat der Gornergletscher Bereiche, insbesondere am Colle Gnifetti im oberen Abschnitt des Grenzgletschers, in denen die Temperatur im Inneren sehr kalt ist und damit unter dem Druckschmelzpunkt liegt. Bei diesen „kalten“ Gletschern reicht der Druck nicht aus, um das Eis zu schmelzen, so dass sie nicht auf einem Wasserfilm gleiten, sondern sich nur durch die plastische Verformung des Eises bewegen können. Ihre Abwärtsbewegung ist daher nur ungefähr halb so schnell wie die eines temperierten Gletschers. Auf der Oberfläche können sich durch die Sonneneinstrahlung Eisseen bilden, aus denen das Wasser nicht in den Gletscher versickert, da kaltes Eis wesentlich weniger wasserdurchlässig ist als warmes Eis. Aus dem gleichen Grund führt der Gornergletscher im Inneren ein komplexes System aus Flüssen und Kanälen, durch welche sich Schmelzwasser bewegen kann.

Das kalte Eis führt auch zum Einschluss von Luftblasen, die sich über Jahrtausende erhalten können und sehr wertvoll für die Untersuchung der Klimageschichte Zentraleuropas sind.

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Weißhorngruppe mit (von links) Dent Blanche, Ober Gabelhorn, Zinalrothorn und Weißhorn.

In westlicher Richtung blickt man vom Gornergrat über das Mattertal hinweg auf die Berge der Weißhorngruppe, nach Mont Blanc, Monte Rosa und Mischabel dem vierthöchsten Gebirgsmassiv der Alpen.

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Ganz links in der Ferne die Gipfel des Berner Oberlands. Mitte und rechts die Mischabel mit Dom (4545 m) und Täschhorn (4491 m) und die Allalingruppe mit Alphubel (4206 m), Allalinhorn (4027 m) und ganz rechts Rimpfischhorn (4198 m).

Mischabel, das dritthöchste Gebirgsmassiv der Alpen, und die Allalingruppe sieht man in Richtung Norden, mit dem Dom, dem höchsten Berg der Schweiz, der vollständig auf Schweizer Gebiet liegt. (Über die höhere Dufourspitze verläuft die Grenze nach Italien, der Berg gehört somit sozusagen halb zu Italien.)

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Riffelsee (2770 m) mit Matterhorn

Statt mit der Gornergratbahn wieder bergab zu fahren bietet sich eine Wanderung zum Riffelsee und weiter zur Station Riffelberg an. Eine Spiegelung des Matterhorns im Riffelsee ist der Traum eines jeden Schweizer Bergfotografen, aber sie setzt klares Wetter, völlige Windstille und Eisfreiheit des Sees voraus. Als ich dort war, war nur die letzte Bedingung erfüllt – nicht ausreichend für das Traumfoto.

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Riffelsee mit Monte Rosa

Von der Station Riffelberg kann man entweder mit der Gornergratbahn weiterfahren oder man nutzt alternativ eine Gondelbahn, den Riffelbergexpress, der zur Gondelstation Furi hinabführt, wo man umsteigen und die nächste Gondel noch weiter talwärts nach Zermatt nehmen kann.

Riffelberg
Station Riffelberg (2582 m) der Gornergratbahn

Die Gondelstrecke zwischen Riffelberg und Furi hat ihren besonderen Reiz, da man aus der Gondel einen der besten Aussichtspunkte talwärts auf Zermatt hat – und es ist eine kleine gemütliche Gondel, in der man das Fenster ein wenig öffnen und somit lästige Spiegelungen in den Gondelfenstern vermeiden kann.

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Zermatt (1608 m) aus der Gondelbahn „Riffelbergexpress“ aufgenommen

(Fotos vom August 2019)

Zermatt – Von Sunnegga über den Blumenweg

Panoramaweg über dem Mattertal

Die Vormittagsstunden sind häufig die einzige Zeit des Tages, in der das Matterhorn wolkenlos ist. Auch die Paraglider lieben diese Stunden, die freie Aussicht auf den Berg bieten. Zermatt hat tatsächlich den spektakulärsten Blick auf das Matterhorn, das sich isoliert von seinen nächsten Nachbarn aus dem Bergpanorama hervorhebt, mit der Ostwand zur Linken und der berühmten Nordwand, einer der drei großen Nordwände der Alpen, zur Rechten.

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Matterhorn (4478 m)

Eine Fülle von Seil- und Zahnradbahnen bringt die Besucher relativ bequem in höhere Gefilde.

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Zugangstunnel zur Sunnegga-Seilbahn

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Sunnegga-Standseilbahn

Eine davon ist die Standseilbahn auf die Sunnegga-Alp in 2280 Metern Höhe. Die Seilbahn verläuft unterirdisch in wenigen Minuten durch einen Tunnel steil aufwärts auf die Alp. Ein langer Fußgängertunnel führt vorher von Zermatt tief in den Berg hinein, bevor man die Bahn betritt.

An der Bergstation kann man in die Gondelbahn Blauherd umsteigen und an deren Bergstation wiederum in die Seilbahn auf das Rothorn. Als ich dort war, waren diese beiden Bahnen allerdings geschlossen.

Das Panorama von Sunnegga und seiner näheren Umgebung ist beeindruckend. In allen vier Himmelsrichtungen sieht man neue Perspektiven der Walliser Berg- und Gletscherwelt.

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Von links nach rechts: Rimpfischhorn (4199 m), Strahlhorn (4190 m), Adlerhorn (3988 m), Findelgletscher, Schwarzberghorn (3609 m), Cima di Jazzi (3808 m)

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Weißhorn (4505 m)

Zinalrothorn1
Links Zinalrothorn (4221 m), Weißhorn in Wolken, Brunegghorn (3833 m)

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Obergabelhorn (4063 m), links hinter dem Kamm Dent Blanche (4357 m), rechts mit dem Schneehütchen die Wellenkuppe (3903 m)

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Breithorn (4164 m), Klein Matterhorn (3883 m), ganz links die Bergstation der Gornergratbahn

Ein einfacher Wanderweg – einer von vielen -, der „Blumenweg“, führt von Sunnegga in einer großen Schleife oberhalb von Zermatt entlang und führt zur Bergstation der Standseilbahn zurück. Ich bin nicht sicher, ob auf diesem Weg mehr Blumen zu sehen sind als auf anderen Wegen in etwa der gleichen Höhenlage, aber es gibt zu vielen Alpenblumen erläuternde Schilder, was wohl den Namen letztendlich rechtfertigt. Wo Blumen sind, sind auch Insekten nicht weit.

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Blumenweg3

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Auf halbem Weg kommt man an der Tufternalp vorbei, die in dem Ruf steht, die beste Aussicht auf das Matterhorn und das schlechteste Essen mit dem unfreundlichsten Service der Schweiz zu haben. „Hallo Herr Ober, was können Sie empfehlen?“ „Ein anderes Restaurant.“

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Tufternalp mit Matterhorn in Wolken

Tufternalp2

Tufternalp3

Auf dem letzten Abschnitt geht es dann die Höhenmeter wieder hinauf, die man vorher hinabgestiegen ist. Aber die Aussicht ins Mattertal begleitet weiterhin den Weg, der über grüne Wiesen bis zurück nach Sunnegga führt.

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Wirft man oben angekommen einen Blick in die andere Richtung, so sieht es dort eher nach einer bergigen Mondlandschaft aus. Einzig markanter Punkt in der monotonen Öde ist die Bergstation der Gornergratbahn.

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Bergstation der Gornergratbahn

Apropos Gornergrat… der ist allerdings ein weiteres Highlight der Zermatter Bergwelt.

(Fotos vom August 2019)

Über den Furkapass nach Zermatt

Eine Anreise so schön wie das Ziel

Wenn man aus Deutschland kommend über Basel mit dem Auto nach Zermatt anreisen will, hat man die Wahl zwischen hauptsächlich drei verschiedenen Routen: Der schnellste Weg führt an Montreux am Genfer See vorbei, geht über Martigny und dann durch das ganze untere und mittlere Rhonetal. Die Strecke ist zwar lang, aber fast durchgehend Autobahn. Der kürzeste Weg nutzt eine Eisenbahnfähre, die im Lötschbergtunnel die Berner Alpen durchquert und im mittleren Rhonetal wieder herauskommt.

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Blick vom Hotel Furkablick auf der Furkapasshöhe in Richtung Osten

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Hotel Furkablick

Die schönste, wenn auch langwierigste Strecke ist aber die Route über den Furkapass. Kurz vor dem Gotthardtunnel verlässt man die Autobahn und folgt dann in westlicher Richtung der Furkastraße, die sich bis auf 2429 Meter in die Höhe schraubt. Auf der Passhöhe befindet sich das schon 1866 gebaute Hotel Furkablick, das aber seine besten Tage hinter sich zu haben scheint. Ein kleines Restaurant scheint es zu geben, aber ein Hotelbetrieb ist nicht erkennbar.

Mit der Passstraße und dem Eisenbahntunnel, der die gleichen Orte unterirdisch verbindet, zwischen denen die Straße oberirdisch verläuft, ist eine Übernachtung auf der Passhöhe wohl ziemlich obsolet geworden.

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Auf der Furkapassstraße

Der Furkapass wurde schon zur Römerzeit genutzt, um ins Wallis und das Rhonetal zu gelangen. Bis 1981 überquerte eine reguläre Eisenbahnstrecke den Pass. Der Betrieb der Strecke wurde jedoch eingestellt, da er nicht wintersicher und ständig von Lawinen bedroht war, und durch eine ganzjährig befahrbare Bahnstrecke durch den neu gebauten Furka-Basistunnel ersetzt. Heute wird die Passstrecke im Sommer – mehr aus nostalgischen und touristischen Gründen – wieder mit einer historischen Dampflokomotive befahren.

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Westseite der Furkapassstraße. Die Kehren im Hintergrund sind der Grimselpass.

Kurz nach der Passhöhe folgt ein zweites heute stillgelegtes Hotel, das Hotel Belvédère, von dem aus ein Fußweg zur Gletscherzunge des Rhonegletschers führt, dem Hauptquellgebiet der Rhone. Die Straße verläuft dann in ein paar langen Kehren bergab nach Gletsch, wo Furkapass und Grimselpass zusammenstoßen und in die weiter talwärts verlaufende Straße ins Rhonetal übergehen.

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Gletsch im Tal, links die Furka-, rechts die Grimselpassstraße mit dem Totensee am oberen Ende, im Vordergrund die Mäander der jungen Rhone, links im Hintergrund das Rhonetal.

Gletsch liegt in einem Talkessel unterhalb des Rhonegletschers. Hier beginnt das Tal der Rhone, das sich über mehr als 150 Kilometer bis zum Genfer See erstreckt. Der offizielle Begriff „Rhonetal“ ist nur für den Abschnitt von Brig bis St. Maurice reserviert, aber geologisch ist das ganze Gebilde von hier bis zum Genfer See ein Trogtal, das einst durch Gletscher und die Rhone geformt wurde.

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Blick von Gletsch über die Rhone zurück auf die Furkapassstraße. Links hinter der Felskante verbirgt sich die Gletscherzunge des Rhonegletschers.

Über einen weiteren etwas steileren Abschnitt geht es hinunter in den Talboden des Tals der Rhone, die im oberen Wallis übrigens auch „der Rotten“ genannt wird.

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Im oberen Tal der Rhone

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Im oberen Tal der Rhone. Geschinersee vorne rechts, Ulrichen im Hintergrund.

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Der Rotten / Die Rhone

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Hängebrücke Fürgangen-Mühlebach

Im weiteren Verlauf ist bei Fürgangen eine Hängebrücke über die Rhone, die sich hier durch eine Schlucht arbeitet, sehenswert. Die Brücke ist nicht nur eine Touristenattraktion, sondern verbindet für Fußgänger tatsächlich zwei Ortsteile links und rechts der Rhone miteinander, für die sonst nur ein alter durch häufige Erdrutsche gefährdeter Weg durch die Schlucht zur Verfügung stünde. Die Brücke wurde errichtet, um den Weg durch das instabile Gelände zu umgehen. Sie ist breit genug angelegt, um selbst Rad- und Rollstuhlfahrern die Überquerung zu ermöglichen.

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Auf der Furkastraße Richtung Westen durch das Rhonetal. Weißhorn (4505 m) im Hintergrund.

Unterwegs öffnet sich der Blick auf die Weißhorngruppe, einem der großen Gebirgsmassive in den Walliser Alpen, an deren Ostflanke auch das Mattertal nach Zermatt verläuft.

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Kombinierte Bahn- und Straßenbrücke über die Rhone

Die Route führt weiter über Brig, einen der größten Orte im Rhonetal, bis nach Visp, von wo das Mattertal als südliches Seitental vom Rhonetal abzweigt und der Weg nun stetig bergauf führt. Nach etwa einem Drittel der Strecke spaltet sich das Tal in zwei Seitentäler: Das östliche Tal führt nach Saas-Fee, während das westliche Tal immer weiter nach Zermatt aufsteigt. Mit etwa 35 Kilometern ist das Mattertal von Visp bis Zermatt sehr tief in den Alpenhauptkamm der Walliser Alpen eingeschnitten und überwindet eine Höhendifferenz von 658 bis 1608 Metern. Die offen befahrbare Straße endet in Täsch, wo man in eine Bahn umsteigen muss, die das letzte Stück ins autofreie Zermatt hinaufführt.

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Rhonetal bei Grengiols

Wenn man Zermatt am späteren Nachmittag erreicht, ist die Wahrscheinlichkeit, das Matterhorn – normalerweise der vorrangigste Grund, Zermatt überhaupt zu besuchen – wolkenfrei zu sehen, eher gering. Meistens hat es sich zu der Tageszeit seine berühmte Wolkenfahne an die Ostwand geklebt.

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Matterhorn (4478 m) am späten Nachmittag

Der Betriebsamkeit im Ort tut dies keinen Abbruch. Im Sommer – und erst recht im Winter – sind hier stets Touristen aus aller Welt unterwegs.

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In Zermatt

Zermatt ist kein kleines Bergdorf, vielmehr schon eine Kleinstadt im Hochgebirge, die mit kontinuierlichen Baumaßnahmen dem ständig zunehmenden Besucherstrom gerecht werden will.

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Dabei geht es nicht nur in die Breite, sondern auch in die Höhe. Auch wenn diese sicherlich durch entsprechende Bauvorschriften begrenzt ist, gibt es eine Fülle an Hotels, die es auf vier, fünf Stockwerke bringen.

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Bei allen Planungen wird es primär um ein Thema gehen: Sieht man es vom Zimmer aus oder sieht man es nicht, das Matterhorn? Der Umsatz eines Hotels und die Frage, welche Zimmerpreise man nehmen kann, hängen wesentlich davon ab. Wehe, einer Hoteletage wird die Sicht auf den Berg durch ein neues Hotel verstellt; der Wert der Zimmer wird schlagartig um mindestens die Hälfte fallen.

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Nicht jeder übernachtet in Zermatt. Es gibt Massen an Tagestouristen, die den Ort nur für ein paar Stunden besuchen. Die Verkehrsinfrastruktur mit Bus und Bahn vom Rhonetal bis hinauf in den Ort und mit Parkhäusern im Talort Täsch ist perfekt darauf vorbereitet. Züge kommen und gehen etwa im 20-Minuten-Takt bis tief in die Nacht hinein. Diese Tagestouristen sind meistens daran zu erkennen, dass sie oft im Laufschritt mit der Kamera bewaffnet den perfekten Winkel suchen, in dem das Objekt der einzigen Zermatter Fotobegierde zwischen den Häuserfronten hindurchlugt.

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Ein Desaster, einen verregneten oder wolkenverhangenen Tag erwischt zu haben, an dem vom Matterhorn nur eine graue Schimäre oder schier gar nichts zu sehen ist. Und diese Tage gibt es natürlich, wie überall in den Alpen, auch wenn das Wallis mit überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden im Jahr  im Vergleich zu anderen Alpenregionen gesegnet ist. Ich hatte etwa zweieinhalb von acht Tagen mit eher schlechtem Wetter; es ist also nicht ganz ausgeschlossen, mal Pech zu haben.

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Dieser erste Nachmittag und Abend war kein schlechter Start und die Wolkenfahne hat ja ihren fotografischen Reiz. Es folgten schlechtere, aber auch noch bessere Tage, und wie sich herausstellte, gibt es – natürlich – doch mehr zu sehen als nur das Matterhorn, aber dazu muss man Zermatt verlassen und höher hinaus.

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(Fotos vom August 2019)

Barbados – An einem Tag

Einmal in den Inselnorden und zurück

Der Wechsel von St. Vincent nach Barbados ist ein Kontrastprogramm. Es ist ein kurzer Flug von weniger als einer Stunde, aber die Betriebsamkeit an den beiden Flughäfen könnte unterschiedlicher nicht sein. Obwohl die beiden Inseln eine ähnliche Größe haben, hat Barbados einen großen Flughafen, der aus einigen Ländern Europas und aus den USA und Kanada mehrfach pro Woche direkt angeflogen wird, aus London sogar täglich.

Der Eindruck einer weit geschäftigeren Insel setzte sich dann bei der Fahrt mit dem Mietwagen zum Hotel fort. Eine vierspurige, autobahnähnliche Straße führt vom Flughafen in die Hauptstadt Bridgetown und in die Orte südlich der Stadt. Die auf Grenada, St. Lucia und Bequia gut funktionierende Praxis, beim Suchen des richtigen Weges einfach mehr oder weniger mitten auf der Straße anzuhalten und den Nächstbesten zu fragen, war hier nicht mehr so einfach möglich, zu dicht ist der Autoverkehr dafür.

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Dover Beach im Süden von Barbados

Die Tatsache, dass ich mich dann auch noch im Dunkeln verfahren hatte, machte die Fahrt noch schwieriger, und ich war heilfroh, als ich endlich ankam und das Auto abstellen konnte. Am nächsten Morgen war der Stress angesichts der Aussicht von der kleinen Frühstücksterrasse verflogen.

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Dover Beach

Barbados, das seiner ausgeprägten britischen kolonialen Traditionen wegen manchmal „Klein-England“ genannt wird, aber heute zunehmend unter amerikanischem Einfluss steht, ist ökonomisch und touristisch deutlich weiter entwickelt als die anderen drei Inseln, die ich zuvor besucht hatte. Das betrifft die Fülle an Hotels, Ferienbungalows und anderen Unterkünften, die sich dicht an dicht die ganze Süd- und Westküste aneinanderreihen, Restaurants und Bars aller Art, das Nachtleben, ein sehr gut ausgebautes Busverkehrsnetz, und mehr.

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Strand an der Westküste zwischen Holetown und Speightstown in Richtung Norden

Das alles kommt nicht ohne seinen Preis: Obwohl es nirgendwo in der Ostkaribik günstig ist, ist Barbados noch einmal eine Stufe teurer als die anderen Inseln. Angesichts der Hoteldichte und der Auslastung der Restaurants ist es offensichtlich, dass man sich die hohen Preise erlauben kann. Der Gast kommt nach Barbados – der bequemen Infrastruktur und zuallererst und vor allem der Strände wegen. Denn Hand aufs Herz, die Strände und die karibische See vor Barbados‘ Küste laufen den anderen Inseln eindeutig den Rang ab.

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Der gleiche Strand in Richtung Süden

Wie eine Perlenkette reiht sich ein schöner Strand nach dem anderen die Süd- und vor allem die Westküste entlang, die ihres grün-silbrigen Wassers, und wohl auch der Preise ihrer Hotels wegen die „Platinküste“ genannt wird. Fast alle Hotels sind hier angesiedelt. Es gibt zwar hier und da nicht minder schöne Strände auf den anderen Inseln – wie zum Beispiel den Grand Anse Beach auf Grenada – aber auf Barbados hat man zehn davon und die Qual der Wahl.

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Strand in Speightstown

Man muss nur wissen, wie man zu ihnen kommt. Wie überall in der Karibik steht die Benutzung eines Strandes jedem frei; kein Hotel kann einen Strand als seinen eigenen beanspruchen. Aber faktisch ist die Küstenlinie so dicht bebaut, dass man oft nicht weiß, wie man an die Strände eigentlich herankommt, wenn man nicht gerade Gast eines der Strandhotels ist. Im Zweifelsfall gibt es nur den Seeweg oder einen längeren Strandspaziergang, der einen zum Strand seiner Wahl führt.

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In Speightstown

Im Unterschied zu Grenada, St. Lucia und St. Vincent sieht man auf Barbados kaum Geländefahrzeuge, denn die Topographie des Landes unterscheidet sich deutlich von der der anderen Inseln. Die Insel ist nicht vulkanischen Ursprungs, sondern stattdessen durch die Aufwölbung von Sedimenten entstanden, die sich vom Zusammentreffen zweier Erdplatten gehoben haben. Die Sedimente bestehen zu einem großen Teil aus ehemaligen Korallen und Korallenriffen. Die höchste Erhebung von Barbados ist nur 340 Meter hoch, und die Geographie ist mehr von Flachland und gemächlich ansteigenden Hügeln im Inneren der Insel als von schroffen vulkanischen Bergen geprägt, wie es zum Beispiel auf St. Vincent und St. Lucia der Fall ist.

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An der Nordspitze von Barbados

Barbados ist von allen karibischen Inseln die östlichste und damit diejenige, die am weitesten draußen im offenen Atlantik liegt. Nirgendwo sonst auf den ostkaribischen Inseln ist der Kontrast zwischen der der karibischen See zugewandten Westküste und der atlantischen Ostküste so ausgeprägt wie auf Barbados. Traumstrände in einer ruhigen türkis-blauen Badewanne auf der einen Seite, Klippen und eine ewig stürmische und raue dunkelblaue See, als wäre man im Norden Schottlands, auf der anderen Seite.

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Insbesondere die Nordostspitze von Barbados sieht aus wie eine felsige Mondlandschaft. Keine Palme und kein Strauch hält sich hier im permanenten Wind des Nordostpassats. Schwimmen an den Klippen der Küstenlinie wäre Selbstmord, obwohl es nur wenige Kilometer vom türkis-blauen Meer der Karibikküste entfernt ist.

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Eine besondere Attraktion an der Nordküste von Barbados ist die Animal Flower Cave, eine in Hunderttausenden von Jahren geformte Höhle im Gestein der Klippen.

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Zugang zur Animal Flower Cave

Eine aus Korallensedimenten geformte Treppe führt vom Plateau der äußersten Klippe im Norden etwa 10 Meter tief in den Fels.

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Ende der Zugangstreppe in der Höhle

Auch der Boden und die Wände sind aus Korallengestein aus zwei verschiedenen Zeitaltern gebildet, wobei der Boden mit einem Alter von fast einer halben Million Jahre der ältere Teil ist. Ursprünglich lag die Höhle unter der Wasseroberfläche und ist dort entstanden, aber durch die immer noch anhaltenden Prozesse der Anhebung von ganz Barbados wurde sie langsam aus dem Wasser gehoben und befindet sich jetzt vielleicht 10 oder 20 Meter über dem Wasserspiegel des Atlantik.

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In der Animal Flower Cave

Am Ende der Treppe, wenn das Innere der Höhle erreicht ist, ist es keinesfalls dunkel. Denn die Höhle ist mit mehreren Löchern, die Licht hinein lassen und eine spektakuläre Aussicht über das Meer bieten, in Richtung Atlantik offen.

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Manchmal wird die Höhle bei schwerer See durch diese Öffnungen überflutet und der Treppendurchgang nach oben wirkt wie das Luftloch eines Wals, durch welches das Wasser mit dem Wellengang in einer Fontäne nach oben gepresst wird.

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In einem Höhlenteil ist ein kleiner See vor einer der Öffnungen nach außen. Er sieht sehr flach aus, aber man sagt, das klare Wasser und die Spiegelungen darin täuschen eine geringe Tiefe nur vor und tatsächlich ist der See tief genug, um darin zu schwimmen.

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Animal Flower ist ein auf Barbados gebräuchlicher Name für Seeanemonen, die man als recht kleine Exemplare tatsächlich durch das klare Wasser auf dem Boden der Tümpel sehen kann. Seeanemonen sehen wie Blumen aus, sind aber Tiere, die sich am Fels festheften und nur manchmal bewegen. Viele von ihnen haben Nesseln, mit deren Gift sie neugierige vorbeischwimmende Fische lähmen können.

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Auf dem Boden der Höhle zu gehen, ist mit häufigem Stolpern verbunden, da die ursprünglich wohl einmal glatte Sedimentgesteinoberfläche im Laufe der Jahrtausende durch lose Korallenbrocken und die Bewegung des Meeres in eine grobe wellenförmige Oberfläche geschliffen wurde.

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Es war Zeit für die Rückfahrt. Die Animal Flower Cave ist im äußersten Norden der Insel, der Flughafen, zu dem ich nun für den Heimflug zurückkehren musste, ist ganz im Süden.

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Aussicht über die Ostküste von Barbados (in der Nähe der St. Nicholas Abbey)

Da die Hinfahrt zur Nordspitze an der Westküste entlang verlief, nahm ich diesmal den Weg zurück über die Ostküste – jedenfalls die nördliche Hälfte der Ostküste. Für den zweiten Teil musste ich mich beeilen und einen kürzeren Weg durch die Inselmitte und schließlich den „Highway“ zum Flughafen nehmen.

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Bei Bathseba, einem der wenigen und dem größten Ort an der Ostküste, passiert man ein paar Felsformationen, die einen der besten Surf-Spots der Karibik, manche sagen sogar weltweit, markieren: „The Soup Bowl“. Die Wellen rollen hier oft weitaus gewaltiger über die 3000 hinter ihnen liegenden Kilometer offenen Atlantiks herein als es an diesem Tag der Fall war.

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Kalksteinfelsen bei Bathseba am Surf-Spot „The Soup Bowl“

Das war mein letzter Stopp auf Barbados und der ganzen Karibikreise vor der Rückkehr zum Flughafen und dem Heimflug am späteren Abend. An einem Tag vom Süden in den Norden und wieder vom Norden in den Süden zu fahren und dabei möglichst viel zu sehen, vermittelt zwar einen Eindruck, wird aber der Insel nicht gerecht. Es gibt dort mehr zu sehen. Aber es ist ein guter Weg, die Zeit vom Rauswurf aus dem Hotel bis zu einem Abendflug zu überbrücken.

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Einzelner Kalksteinfindling an der Ostküste von Barbados. Oben eine Bank mit Aussicht in Richtung Europa… ungefähr.

(Fotos vom Februar 2019)

 

Bequia – Kreuz und Quer über die Insel

Strände, Schildkröten und viele Grenadinen

Port Elizabeth und die Admiralty Bay sind sicherlich der Mittelpunkt von Bequia. Aber es gibt überall verstreut weitere Sehenswürdigkeiten und Strände, die einen Besuch wert sind. Da die Insel nicht groß ist, hat man in zwei, drei Tagen alles gesehen.

Von Port Elizabeth aus gibt es im Wesentlichen zwei Richtungen, in die man die Insel erforschen kann: Nordosten und Südwesten. In beiden Richtungen gelangt man an eines der von Port Elizabeth ungefähr gleich weit entfernten Enden Bequia’s.

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Atlantische Ostküste Bequia’s. Die beiden unbewohnten Grenadinen Battowia und Baliceaux im Hintergrund.

Eine Straße in nordöstliche Richtung führt einmal quer von der Karibikseite über die Insel zur Atlantikseite.

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Spring Bay und Park Bay an der Ostküste

Eine Reihe von kleinen Buchten – Spring Bay, Industry Bay, Park Bay und weitere – säumt den weiteren Küstenverlauf der Straße.

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Industry Bay

Die Ostküste ist zum Teil felsig, und selbst wenn Sandstrände vorhanden sind, sind sie mit einer teilweise dicken Schicht aus Seegras bedeckt, ein Phänomen, das für die meisten Atlantikküsten in der Ostkaribik kennzeichnend ist. Manchmal sieht man auf dem Meer dicke Teppiche aus Seegras schwimmen. Der häufig raue Passatwind macht das Baden an den offenen Küstenabschnitten zusätzlich schwierig bis unmöglich.

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Park Bay. Links am Rand das Old Hegg Turtle Sanctuary.

Fast am Nordostende von Bequia gelangt man zum Old Hegg Turtle Sanctuary, einer Art Tierheim zum Schutz und zur Aufzucht von Meeresschildkröten.

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Auf dem Gelände des Old Hegg Turtle Sanctuary

Es wird privat betrieben und nur von Spenden und den Eintrittsgeldern finanziert, die man als Besucher der Station bezahlt. Ein ehemaliger einheimischer Fischer und Taucher leitet den Betrieb und führt auch selbst die Führungen durch, in denen er von den vom Aussterben bedrohten Schildkröten und der Geschichte und dem Zweck des Tierheims erzählt.

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Echte Karettschildkröte (Hawksbill Turtle)

Im Wesentlichen besteht die Station aus einer Halle, in der sich mehrere Wassertanks befinden, in denen Schildkröten, getrennt nach Altersgruppen, für mehrere Jahre leben. Es geht darum, ihnen für die erste Zeit nach dem Schlüpfen aus den am Strand abgelegten Eiern eine sichere Umgebung zur Verfügung zu stellen, bevor sie nach ca. vier Jahren ins offene Meer entlassen werden. Die ersten Wochen und Monaten sind für Meeresschildkröten die gefährlichsten, und um ihren Fortbestand zu sichern, muss vor allem diese Zeit wohlbehalten überbrückt werden.

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Die Schildkrötenart, die hier aufgezogen wird, ist die Echte Karettschildkröte. Im Englischen heißt sie Hawksbill Turtle, da ihr Kopf tatsächlich ein wenig an den Schnabel eines Greifvogels erinnert. Der Panzer der Karettschildkröte liefert das wertvolle Schildpatt, das zur Herstellung von Schmuck verwendet wird und der Grund dafür ist, warum die Schildkröten über Jahrhunderte gejagt wurden. Dadurch und durch die Verbauung von Küstenabschnitten, welche die Schildkröten zur Eiablage nutzen, ist die Karettschildkröte vom Aussterben bedroht und steht unter strengem Artenschutz. Der Handel mit Schildpatt und die Einfuhr zum Beispiel auch nach Deutschland ist heute strikt verboten.

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Die Karettschildkröte wird 30 bis 40 Jahre alt und ist auf der ganzen Welt in den Korallenriffen, in Mangrovensümpfen und Flussmündungen sowie im offenen Meer der Tropenregionen verbreitet. Manche Strände der Karibik gehören zu ihren wichtigsten Eiablageplätzen.

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Friendship Bay mit Petit Nevis und Isle A Quatre

Ein zweites kleineres touristisches Zentrum befindet sich an der Friendship Bay an der Atlantikküste Bequia’s südlich der Admiralty Bay.

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Friendship Bay Beach

Die Bucht ist in Richtung Osten von einer großen Landzunge umfasst, so dass der Atlantik hier seine normalerweise deutlich spürbare Wucht nicht entfalten kann.

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Friendship Bay

Der Mount Pleasant ist mit 268 Metern die höchste Erhebung auf Bequia. Er bietet die beste Aussicht über die Insel und vor allem die Buchten und die benachbarten Inseln von Bequia.

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Blick auf Mustique im Hintergrund

Vor allem in südlicher Richtung hat man eine großartige Sicht über die Grenadinen, ein Paradies für Segler und Taucher.

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Aussicht vom Mount Pleasant auf die Inseln der Grenadinen. Petit Nevis und Isle A Quatre im Vordergrund, Mustique im Hintergrund.

Die meisten dieser kleinen Inseln sind unbewohnt, so auch die unmittelbaren Nachbarn Petit Nevis und Isle A Quatre und die etwas weiter entfernten Inseln Battowia und Baliceaux.

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Aussicht vom Mount Pleasant auf Battowia und Baliceaux

Manche dieser kleinen Eilande sind im Privatbesitz und stehen teilweise zum Verkauf an. Baliceaux ist zum Beispiel für 30 Millionen Euro zu haben.

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Blick auf Friendship, Petit Nevis und Isle A Quatre

Selbst Mustique, eine bewohnte und mit vielen Luxusvillen bebaute Grenadineninsel wird angeblich verkauft. Sie wurde Ende der 50-er Jahre als völlig unentwickelte Insel für einen Schnäppchenpreis von 45.000 Pfund privat erworben, und wandelte sich dann zu einer äußerst luxuriösen Jetset-Insel, die von vielen Prominenten und Künstlern besucht wird – von Mick Jagger über David Bowie bis zu Prinzessin Margaret. Villen auf der Insel sind heute für weniger als 10.000 €  pro Woche kaum zu mieten und viele sind erheblich teurer. Den Preis für den Kauf so einer Insel kann man kaum erahnen.

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Battowia und Baliceaux

Von der Friendship Bay verläuft die Straße zur Südwestspitze Bequia’s. Sie führt vorbei am Flughafen und endet an der Adams Bay, an der sich ein Hotel mit einer Bar befindet, die ein Stück in den Atlantik hinein gebaut ist und eine schöne Aussicht über die Bucht bietet.

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Adams Bay

Ein kleiner Bootsanleger neben der Bar ermöglicht Ausflüge in die Inselwelt der Grenadinen oder auch Pendelfahrten nach Port Elizabeth.

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Adams Bay Beach am Südwestende von Bequia

Am nächsten Tag ging es auf dem gleichen Weg via Fähre von Port Elizabeth zurück nach Kingstown auf St. Vincent und von dort mit dem Taxi zum internationalen Flughafen – einem recht neuen und modernen Flughafen, der sich den Luxus leistet, etwa acht däumchendrehende Beamte an der Sicherheitskontrolle für ca. einen Fluggast pro Stunde zu beschäftigen. Auf der Insel, die das nächste Ziel der Ostkaribik-Reise war, sah das ganz anders aus.

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Blick über die Adams Bay nach Petit Nevis und Isle A Quatre

(Fotos vom Februar 2019)